Die Kostenlos-Kultur der Presseverlage

 

Daniel Bröckerhoff hat für die NDR-Sendung ZAPP einen Film über die Situation freier Journalisten gedreht. Autoren des Madsack-Verlags berichten darin, dass sie für die Online-Verwertung ihrer Geschichten kein Honorar, sondern stattdessen die Drohung erhalten, keine Aufträge mehr zu bekommen, wenn sie aufgrund dieser Praxis prozessieren sollten.  Freischreiber-Mitglied Christian Tröster berichtet über ähnliche Kostenlos-Methoden bei der Welt am Sonntag. Zu deutsch: Verlage betreiben gegenüber freien Journalisten exakt jene Kostenlos-Kultur, die sie im Netz lautstark beklagen. Dass die Verleger rechtswidrig handeln, ist ihnen offenbar bewusst. Denn sie würden eine Klage der Journalisten vor Gericht verlieren. Das Hamburger Landgericht hat festgestellt:

„Das Prinzip der angemessenen Vergütung hat gemäß § 11 Satz 2 Urhebergesetz Leitbildfunktion. Der durch das Gesetz zur Stärkung der vertraglichen Stellung von Urhebern und ausübenden Künstlern vom 22.3.2002 eingefügte § 11 Satz 2 UrhG enthält den seit jeher im gesamten Urheberrecht geltenden Grundsatz, dass der Urheber tunlichst an dem wirtschaftlichen Nutzen zu beteiligen ist, der aus seinem Werk gezogen wird, und zwar bei jeder einzelnen Nutzung des Werkes.“

Und weil das so ist, drohen die Verlage den freien Autoren mit Nicht-Beschäftigung, wenn sie ihr Recht einfordern. Was für eine bigotte Doppelmoral! Und was für eine schwache Urheberposition!

Kommentare

Das hab ich jetzt nicht verstanden: "Und was für eine schwache Urheberposition!" Zumindest hoffe ich, es nicht verstanden zu haben.

Der Musiker Seven Reger sagte dazu auf BAyer 2 seine Meinung:

www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zuendfunk/regener_interview100.html

Die Redaktion nennt es bezeichenderweise "Pamphlet", der Moderator war 5 Minuten lang sprachlos. 

Die Ohnmacht des Urhebers... die zehn Finger meiner Hand reichen nicht, um die Zahl der nicht-zahlenden Verlage aufzuzaehlen, alleine was online Nutzung meiner Texte angeht. Wuerde ich mich wehren, ich geriete ins Berufsaus, weil ich immer die Faust in der Tasche gemacht habe, gelingt es mir jetzt endlich, nach Jahren, in anstaendig bezahlte interressante Jobs zu , in der PR Branche, Unabhängigkeit als Freier zahlt sich nicht aus, ein Ergebnis der Zahlungsmoral von Verlagen.

Wurde die Überschrift absichtlich oder versehentlich falsch gewählt? Mir wäre nicht bekannt, dass freie Journalisten "kostenlos" arbeiten. Wie jeder Dienstleister werden sie für ihre Dienstleistung doch wohl von den Verlagen bezahlt, nicht mehr und nicht weniger. Was dies mit "kostenlos" zu tun haben soll, erschliesst sich mir nicht.

In vielen Bereichen ist ein solches Vorgehen, was bezahlte Dienstleistungen angeht, absolut üblich und eigentlich sollte dies jeder wissen, der sich als freier Journalist verdingt. Aber es ist in Deutschland ja nichts Neues, dass man sich für die eigene Arbeit gerne x-fach bezahlen lassen möchte, aber bei anderen möglichst alles kostenlos sein soll. Im Übrigen geniessen Journalisten eine Vielzahl von Vorteilen, doch komischerweise wird darauf - im Zusammenhang mit dieser Debatte - nicht eingegangen.

@Tom: Die Presserabatte waren vor einiger Zeit auch hier Thema. Aber so wie das verstanden hatte,  wurden sie mit den schlechten Honorarbedingungen gerechtfertigt. Kann man bewerten wie man will.

 

Man muss (sagt sich leicht) halt bei seinen Verhandlungen berücksichtigen, dass die Beiträge mehrfach (im Internet, auf Kaffeetassen etc.) verwendet werden und gleich ein entsprechend hohes Grundhonorar vereinbaren. Oder von den Volumenabrechnungen zu Zeitabrechnungen kommen. Dann ist das Gefühl (vielleicht) ein anderes.

 

Denn ich verstehe auch den Kunden, der es gerne einfach hätte und nicht erst einen Juristen fragen muss, ob er nun ein Foto oder einen Artikel nur für drei Monate, drei Minuten oder für immer nutzen darf.

 

Und da hilft meiner Meinung nur ein Gesamtpaket, das aber auch entsprechend bezahlt wird und so mögliche Wiederverwertungen berücksichtigt. (Die Anzeigen drumherum werden ja schließlich auch verkauft und nicht zweitverwertet.)

 

Au contraire human hair weave, Michael explained, store bought hair weave's been around me this whole remy hair weave time, thickening the up-dos virgin hair weave and blowouts of actresses cheap hair weave and models on the red carpet hair weave online, models strutting down catwalks virgin remy hair weave, and basically everyone on every photo shoot. 

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