Neues von Freischreiber: Die alte Tante Print und wie sie auch übermorgen noch – kracks – kraftvoll zubeißen kann
Liebe Leserin, lieber Leser,
"Gemessen daran, welch dramatischer Umbruch zurzeit stattfindet, jammern noch erstaunlich wenige Journalisten, vor allem aber ziehen sie zu selten Schlüsse daraus. Denn es nützt ja nichts, sich ständig selbst zu bemitleiden. Stattdessen muss die Bereitschaft von Zeitungsredaktionen größer werden, sich zu wandeln. Es wird immer noch zu wenig experimentiert." Worte von Stephan Weichert, Professor für Journalismus an der Macromedia-Hochschule für Medien und Kommunikation in Hamburg und damit Gastgeber für den Freischreiber-Zukunftskongress. Gesagt hat er das in einem Interview mit dem Rheinischen Merkur, in dem es, das klingt ja bereits an, um die Zukunft der Zeitung und des Journalismus ging.
Wir finden: Weichert hat recht. Wir brauchen mehr Experimente. Mehr kreatives Nachdenken, wie es weitergeht mit dem Journalismus und wie man auch in Zukunft damit Geld verdienen kann. Und wir setzen noch einen drauf: Warum sollten wir freien Journalisten warten, bis irgendjemand in irgendeinem Verlag eine Idee hat, wie man im Netz mit Journalismus Geld verdienen kann? Warum denken wir nicht selbst auch darüber nach? Schließlich haben wir Freie den Vorteil, anders als die großen Verlagstanker, enorm flexibel und wendig zu sein – und den sollten wir ausspielen.
Deshalb machen wir den Zukunftskongress "Mach's dir selbst – wie freie Journalisten in Zukunft arbeiten und Geld verdienen werden." Das Programm, an dessen Entwicklung eine Gruppe von engagierten Freischreiber-Migliedern beteiligt war, findet sich hier, direkt anmelden für die verschiedenen Workshops kann man sich dort. Wie Sie sehen, geht es auf dem Kongress nicht nur um das Internet. Sondern auch darum, wie uns die alte Tante Print in Zukunft Freude machen kann. Wie man sich die Arbeit erleichtert, wenn man eigentlich doch nur schreiben will. Oder wie man sich selbst zur Marke macht.
Wir haben schon eine Menge Anmeldungen, aber noch ist Platz! Deshalb: am 18. September nach Hamburg kommen, Kollegen kennenlernen, Ideen entwickeln. Und sich eine große Dosis Motivation abholen, um selbstbewusst und optimistisch in die Zukunft zu gucken. Denn die ist – frei!
Wer sich noch ein bisschen vorbereiten mag, liest "Apocalypse? No!" von unserem Kongress-Gast Bernhard Pörksen, ebenfalls im Rheinischen Merkur. Wäre doch gelacht, wenn uns nicht Ideen kommen, wie das alles weitergehen kann!
Eine Betten- und Mitfahrgelegenheitenbörse haben wir auch eingerichtet, an günstigen Übernachtungs-, Anreise- und Abreise-Möglichkeiten soll es nicht scheitern.
Außerdem hinweisen möchten wir auf das nächste Treffen der Bremer Freischreiber am Abend des 26. August. Als Gast ist der Chefredakteur des Weser-Kuriers, Lars Haider, geladen. Alle weiteren Informationen finden Sie auf unserer Regionaltreffen-Seite, wie immer sind auch (Noch-)Nicht-Freischreiber herzlich willkommen!
Ach so, wo wir beim Thema sind: Wer noch nicht Mitglied bei Freischreiber ist, verpasst eine Menge: 320 Mitglieder unseres Verbandes treten engagiert und mit viel Kreativität für die Interessen der freien Journalisten ein. Seit Bestehen haben wir einige hübsche Kampagnen gestartet, wir beteiligen uns an Debatten, die unsere Zukunft betreffen, haben eine Lesetour durch verschiedene Städte organisiert, treffen uns regelmäßig in Berlin, München, Frankfurt, Bremen, Hamburg und anderen Orten zum Gespräch mit Gästen, haben in unserer Buyout-Arbeitsgruppe jede Menge Wissen über Knebelverträge gesammelt und uns dafür eingesetzt, dass die Lage besser wird, wir bieten unseren Mitgliedern eine kostenlose Rechtsberatung und andere Nützlichkeiten und haben Spaß daran, gemeinsam anzupacken, was sonst noch so liegen geblieben ist. Wer dabei sein möchte, ist herzlich willkommen.
Freischreiber lebt als kleiner Verband von seinen Mitgliedern, jeder kann sich mit Ideen und Tatkraft einbringen – und erhält für den Zukunftskongress einen ordentlichen Nachlass auf den Eintrittspreis. Mitglieder merken sich bitte den per Mitglieder-Mail bekannt gemachten Termin für die Mitgliederversammlung am Vorabend des Kongresses vor, andere können hier Mitglied werden.
Das wär's für heute, herzliche Grüße,
Ihre Freischreiber