Neues von Freischreiber: Die Debatte über angemessene Tageszeitungshonorare, Termine, ein TV-Tip und eine Bitte

Liebe Leserinnen und Leser unseres wöchentlichen Rundbriefes!

 

Bei uns ist gerade viel los, deshalb heute nur kleine Post mit einem (1) Hinweis zur Lage, (2) Terminen, (3) einem TV-Tip und (4) einer Bitte an unsere Mitglieder.

 

(1) Hinweis zur Lage:

 

Freischreiber, den Berufsverband freier Journalistinnen und Journalisten, beschäftigen zur Zeit vor allem die Vergütungsregeln für freie Tageszeitungsjournalisten, auf die sich der Deutsche Journalistenverband (DJV), die Deutsche Journalisten-Union/Verdi (dju) und der Zeitungsverlegerverband BDZV nach einem mehrjährigen Verhandlungsmarathon geeinigt haben. Wir als freie Journalisten sind unzufrieden mit dem Verhandlungsergebnis. Klar, Verhandlungen sind schwierig, ein Kompromiss war mühsam zu erzielen – aber wir können Vergütungsregeln nicht akzeptieren, die festschreiben, dass man als hauptberuflicher Journalist nicht von seiner Arbeit leben kann, wenn man für Tageszeitungen arbeitet. Die ausführliche Begründung lesen Sie in unserem Blog.

 

Unten drunter kann jeder an der Debatte teilnehmen, in die sich mittlerweile auch DJV und dju mit mehreren Leuten eingeschaltet haben.

 

Mehr zum Thema "Arm werden durch Tageszeitungsjournalismus" finden Sie in unserer Freiflächen-Kampagne. Annette Leßmöllmann, Journalismus-Professorin in Darmstadt, schreibt dort über die Flucht aus dem Zeitungsjournalismus, weil er keine vernünftigen Verdienstmöglichkeiten bietet. Besonders dramatisch ist die Situation bei Lokalzeitungen. Annette Leßmöllmann schreibt: "Wenn die Lokalberichterstattung nur noch von Freizeitschreibern übernommen wird oder, wenn es ganz schlimm kommt, nur noch in Form von Sponsorentexten daherkommt, dann haben wir ein demokratisches Problem. Und dann haben auch die Lokal- und Regionalzeitungen ein Problem."

 

 

(2) Termine:

Die Frankfurter Freischreiber treffen sich am Freitag, 15. Januar, im Saal von weissbooks, Am Hauptbahnhof 10, Englischer Hof, 3. Etage,
60329 Frankfurt. Gast ist diesmal Stefanie Burgmaier von Börse online (G+J). Geplant ist eine Art Kamingespräch zu Themen wie Herausforderungen im Onlinejournalismus, Qualität im Journalismus aus unterschiedlichen redaktionellen Perspektiven etc.

Von 19:45 bis 20:15 Uhr gibt es einen "Empfangsdienst", wer später kommt, muss per Handy anklingeln (Zettel wird ausgehängt) und sich abholen lassen.

 

Bitte unbedingt und verbindlich anmelden (für den Überblick) und wie immer darf jede/jeder gern etwas zum Knabbern oder Trinken beitragen. Anmeldungen nimmt Sylvia Meise entgegen.

 

Die Berliner Freischreiber-Regionaltruppe trifft sich am Dienstag, 19. Januar 2010, um 19.30 Uhr an Gemma Pörzgens Wohnzimmertafel in Charlottenburg. Zu Gast ist diesmal der freie Medienjournalist und Freischreiber-Mitglied Daniel Bouhs, der einen Ausblick wagt auf die Entwicklung der Medienlandschaft 2010. Daran soll sich eine Debatte über die weitere Ausrichtung von Freischreiber-Aktivitäten anschließen, bei der Kai Schächtele vom Vorstandstreffen Anfang Januar berichten wird. Es wäre schön, wenn möglichst viele Berliner Freischreiber kommen könnten. Anmeldungen bei gemma.poerzgen (a) gmx (.) net

 

Wie immer sind zu diesen Treffen auch Nicht-Mitglieder herzlich eingeladen.

 

Das Deutsche Institut für Menschenrechte bat uns, folgenden Hinweis mit in unseren Rundbrief aufzunehmen: Das Institut schreibt ein Recherche-Stipendium zum Thema „Menschen – Recht – Behinderung: Die neue UN-Behindertenrechtskonvention“ aus. Das Motto lautet: „Ich bin nicht behindert, ich werde behindert.“ Das Institut will mit der Vergabe des Stipendiums Journalistinnen und Journalisten anregen, das Thema Behinderung aus menschenrechtlicher Perspektive zu bearbeiten. Prämiert werden herausragende Recherche-Konzepte für journalistische Beiträge.

 

In den Sparten Print, Online und Hörfunk werden Stipendien in Höhe von je 1.500 Euro vergeben. Voraussetzung: Die Bewerberinnen und Bewerber leben in Deutschland und publizieren in deutschsprachigen Medien.

 

Weitere Informationen und das Bewerbungsformular finden sich hier.

 

 

(3) TV-Tip:

 

Am Dienstag hat Freischreiber-Mitglied Heike Dierbach bei Sandra Maischberger tapfer das Teelicht der Aufklärung gegen Kaffeesatzleser, Engelseher und opportunistische Fernsehpfarrer am Lodern gehalten. Über gefährlichen Aberglauben und Kurpfuscher hat sie im Rowohlt-Verlag das Buch "Die Seelenpfuscher" geschrieben.

 

Wer die vergnügliche Sendung noch sehen will: Sie wird am kommenden Samstag um 22:50 bei 3-Sat wiederholt.

 

 

(4) Bitte an unsere Mitglieder:

 

Bevor sich der Freischreiber-Vorstand zu einer kleinen Klausurtagung verabschiedet, haben wir noch eine Bitte an unsere Mitglieder: In Wildbad Kreuth Laase an der Elbe wollen wir eine erste Rückschau auf die Arbeit unseres Verbandes halten und Projekte für die Zukunft planen. Wir bitten Euch um Unterstützung: Was war gut, was war schlecht im ersten Freischreiber-Jahr? Wo müssen wir nachlegen, was hat gefehlt, wo wurden Eure Erwartungen enttäuscht? Und für die Zukunft: Welche Ideen habt Ihr, was sollten wir miteinander angehen?

 

Denkt daran, dass Freischreiber ganz entscheidend vom Engagement seiner Mitglieder lebt. Wir vom Vorstand bemühen uns nach Kräften, die Situation freier Journalisten zum Thema zu machen und zu verbessern. Das ist eine herkuleische Aufgabe, bei der wir – wie z.B. bei der Freiflächen-Kampagne, den Regionaltreffen, der Lesetour und auch jetzt in der Debatte um die Vergütungsregeln geschehen – auf die Beteiligung aller angewiesen sind.

 

Für heute herzliche Grüße,

 

die Freischreiber