Neues von Freischreiber: Die Fischer und wir
Liebe Leserin, lieber Leser,
eines unserer Ferienerlebnisse wollen wir Ihnen nicht vorenthalten: Ein schmucker Ort im Osten der Republik, direkt an der Ostseeküste. Treffen mit dem Vorsitzenden der örtlichen Fischereigenossenschaft. Köstlicher Fisch im genossenschaftseigenen Restaurant, aber bei Hering und Flunder Lamento ohne Ende: die Fischfangquoten – eine Katastrophe. Die Politiker – völlig ahnungslos. Der Beruf – inzwischen brotlos. Und die Fische – inzwischen auch weg. Aber außer endlosem Gejammer: Nichts. Keine Ideen. Keine Alternativen. Die anderen sollen es richten. Die Sache war ziemlich klar: Diese Genossenschaft wird es nicht mehr lange geben. Und die Fischer werden weiterjammern und eines Tages nur noch traurig aufs Meer schauen.
Nun haben Sie, liebe Leserin und lieber Leser, ja diesen Newsletter von Freischreiber abonniert, dem kleinen Verein freier Journalisten, die ja auch so manchen Grund zum Klagen haben, ähnlich wie die Fischer von der Genossenschaft. Aber es gibt einen Unterschied zu den Fischern: Denn wir von Freischreiber sind überzeugt, dass die anderen es nicht richten werden, wenn man selbst nicht mit Ideen voran geht. Das heißt für freie Journalisten: Wer seine Arbeitssituation verbessern will, muss selbst etwas dafür tun.
Ideen, wie das gehen könnte, gibt es auf dem Freischreiber-Zukunftskongress am 18. September in Hamburg: "Mach's dir selbst – wie freie Journalisten in Zukunft arbeiten und Geld verdienen werden" ist das Motto, und im Programm gibt es so ziemlich alles, worüber freie Journalisten derzeit nachdenken: Kann es ein Weg sein, irgendetwas eigenes im Internet zu starten? Wie kann man sich als Marke stärker profilieren? Muss man multimedial arbeiten, um für die Zukunft gewappnet zu sein? Handfest soll es werden beim Kongress, ergiebig – und Spaß machen.
Anmeldung hier,
Programm da,
Betten- und Mitfahrgelegenheitenbörse dort.
Dass wir mit unserem Kongressprogramm ganz dicht am Puls der aktuellen Entwicklungen sind, haben wir in dieser Woche wieder gemerkt. Denn alle reden über das, worüber wir auch reden, nachdenken und diskutieren werden – mit Praktikern, Experimentierern und Experten. Über hyperlokalen Journalismus etwa: das merkwürdige Wort bezeichnet die Idee, das Lokale noch lokaler zu machen und noch näher ranzugehen, an einzelne Stadtteile, an kleine Orte, an die Leute dort.
Zur Vorbereitung empfehlen wir …
… diesen Artikel auf Meedia über "Hyperlocals – Eine Chance für Journalisten",
… diese Gedanken von Christian Jakubetz,
… den Blick auf unser Blog.
Kommen Sie auch zum Kongreß, denken Sie mit Kolleginnen und Kollegen über die Zukunft unseres Berufes nach, suchen und finden Sie Geschäftsmodelle, lassen Sie sich anregen – und abends feiern wir allesamt ein rauschendes Fest!
Herzlich willkommen,
Ihre Freischreiber
P.S. Am Donnerstag, 26. August, treffen sich die Bremer Freischreiber um 20 Uhr im Bandonion zum Gespräch mit dem Chefredakteur der örtlichen Tageszeitung Weser-Kurier, Lars Haider. Haider ist seit Februar 2009 im Amt und hat seine Zeitung mit viel Elan umgestaltet. Den Freischreibern wird er Rede und Antwort stehen über seine Vorstellung von einer modernen Lokalzeitung – und zu der Rolle, die freien Journalisten darin zukommt. Zum Abend mit Lars Haider sind (Noch)-Nicht-Mitglieder herzlich willkommen. Kurze Anmeldung bitte an Tanja Krämer.