Neues von Freischreiber: Die nächsten Treffen und die Lektüreschau mit tollen Links

Verehrte Leserinnen und Leser,

 

hier sind wir wieder mit einer weiteren Ausgabe unseres wöchentlichen Rundbriefes. Bestimmendes Thema war, ist und bleibt die Debatte um ein Leistungsschutzrecht und was Verlage zur Zeit sonst noch so vorhaben, um die Krise zu überwinden. Wir haben dazu einige Links für Sie gesammelt und empfehlen Ihnen die Lektüre. Aber Vorsicht, die Diskutanten verlassen mitunter jenen Ton, den wir uns gerade in Zeiten des vorweihnachtlichen Lichterglanzes wünschen und in Liedern andächtig beschwören. Zunächst aber unsere Terminübersicht für Freischreiber und an Freischreiber Interessierte.

 

Termine

 

Die Freischreiber in Frankfurt/Main treffen sich zu einer vorweihnachtlichen Runde am Freitag, 11. Dezember 2009, um 20 Uhr im Sitzungssaal von weissbooks, Englischer Hof, 3. Etage, Am Hauptbahnhof 10, 60329 Frankfurt. Themen sind: eine Nachlese der "besser online"-Tagung des DJV, ein Einblick ins aktuelle Freelens-/Freischreiber-Magazin, in dem es um Urbeherrechte, Buyout und online-publishing geht, und eine Vorausschau auf die Themenabende im kommenden Jahr. Über Anmeldungen und Anregungen freut sich Sylvia Meise.

 

Auch in Bremen kommen die Freischreiber wieder zusammen, das nächste Treffen ist geplant für Freitag, 18. Dezember 2009, ab 20.30 im Tertulia (Berliner Str. 35, 28203 HB). Ein großer Tisch ist reserviert, Anmeldungen und Anregungen bitte an Tanja Krämer. Themen sind: das aktuelle Freelens-Heft – ein Projekt von Freischreiber, Freelens und dem Verband der freien Illustratoren gegen Buy-Out, ein Bericht über die Lese-Reise der Freischreiber, Brainstorming zu Aktionen oder Anliegen buten un binnen und natürlich freiberuflicher Klönschnack jedweder Art. Interessierte sind wie immer willkommen!

 

Außerdem wurden wir gebeten, auf die Volontärsausbildung der Katholischen Journalistenschule ifp hinzuweisen, was wir gerne tun: Das Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses (ifp) in München bildet Volontäre in katholischen Medien aus. Bewerbungsschluss für den Ausbildungsbeginn im Oktober 2010 ist der 1. März 2010. Das ifp schrieb uns: „Die Volontäre durchlaufen eine zweijährige Ausbildung in der katholischen Presse oder im privaten Hörfunk und nehmen an der überbetrieblichen multimedialen Ausbildung des Instituts teil. Außerdem vermittelt das ifp Praktika bei Zeitungen und Nachrichtenagenturen sowie im Radio und beim Fernsehen. Voraussetzung fürdas Volontariat ist entweder das Abitur oder die Mittlere Reife sowie eine abgeschlossene Berufsausbildung.

In den mehrwöchigenSeminaren führen erfahrene Journalisten in den Presse-, Hörfunk-, Online- undFernsehjournalismus sowie in das crossmediale Arbeiten ein. Unter realitätsnahen Bedingungen entstehen druckreife und sendefähige Beiträge. Die Seminare finden im modernen Schulungszentrum des Instituts mit eigenem Fernseh-und Hörfunkstudio statt. Zu den Ausbildungsredaktionen gehören die KatholischeNachrichtenagentur, der Rheinische Merkur, die Bistumszeitungen, das domradio in Köln und das Münchner Kirchenradio.

Das ifp ist die Journalistenschule in Trägerschaft der katholischen Kirche in Deutschland und hat seit der Gründung im Jahr 1968 mehr als 2.000 Journalisten für sämtliche Medien ausgebildet. Zu den Absolventen gehören Bettina Schausten (ZDF), Thomas Gottschalk, Heribert Prantl (SZ), Christoph Strack (KNA) und Klaus Nientiedt (Konradsblatt).“

Kontakt und Informationen zur Bewerbung: Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses (ifp), Andrea Engelke, Kapuzinerstr. 38, 80469 München, Tel. 089-549103-0, Fax 089-5504486, E-Mail: engelke@ifp-kma.de, Internet: www.ifp-kma.de

 

Und nun: Die wöchentliche Lektüreschau, ausgewählt von uns für Sie!

 

Wir beginnen mit einer bangen Frage: Braucht es uns noch, sind Journalisten überhaupt noch nötig? Die Zeit berichtet über Phantasien vom Billig-Journalismus: automatische Auswahl, automatisches Schreiben, Journalismus ohne Journalisten, nachzulesen hier.

 

Wobei die Frage eines Menschen namens aadam in den Kommentaren auch nicht unberechtigt ist: Ist nicht das, was Die Zeit hier als Schreckensszenario beschreibt, längst Alltag?

 

Für Verlage hat, so scheint es, nach mindestens zwei Jahrzehnten Internet die Suche nach einem Konzept für das Internet begonnen. Jetzt aber hurtig! Jung-Verleger Konstantin Neven DuMont läßt uns im Welt-Interview an seinen Überlegungen teilhaben. Wir erfahren dort auch, dass er von seinem Büro aus die Büros der Redakteure überblicken kann und mit Hilfe eines Feldstechers sogar lesen könnte, was sie gerade so auf dem Schirm haben (leider erfahren wir nicht, ob er das auch tut). Das Interview lesen Sie hier.

 

In einer seiner eigenen Zeitungen bzw. deren Online-Ausgabe hat sich Neven DuMont auch direkt an seine Leser gewandt. Dort verengt er die Debatte allerdings plötzlich allein auf den stets so hoch gepriesenen investigativen Journalismus, der vor allem bedroht sei durch – genau – das Internet. Neven DuMont will da ran, hier schreibt er darüber, darunter kann man darüber diskutieren.

 

In Thomas Knüwers Blog Indiskretion Ehrensache hat Neven DuMont einen Auftritt gleich in mehreren Szenen, er meldet sich in den Kommentaren auch selbst zu Wort. Wenn Sie das lesen, werden Sie sich an unsere Eingangsworte erinnern. Ja, die Zeiten sind so rauh, dass es mitunter deftig zugeht. Aber Knüwer hat Recht: Es muss jetzt auch mal deutlich zur Sache gesprochen werden.

 

Der Springer-Verlag hat Christoph Keese ins Rennen geschickt, um für das Recht der Verlage zu streiten. Dass Keese gelegentlich als Springers Außenminister bezeichnet wird, ist nicht ganz falsch, denn nur Menschen solchen Formats schaffen es bis in die New York Times.

 

Im Moment ist das viel Lektüre zu einem Thema, das so herumwabert, das aber spürbare Auswirkungen gerade für freie Journalisten haben wird: Was werden sie von dem Geld haben, dass die Verlage mit Hilfe des Leistungsschutzrechtes erlösen werden? Werden Freie etwas davon haben? Ja, wird denn dadurch überhaupt etwas verdient? Freischreiber hat die Interessen der Freien im Auge und bemüht sich darum, dass sie gewahrt werden. Aber: Die Verlage sind mächtig und groß, Freischreiber muss noch weiter wachsen, um etwas ausrichten zu können, weshalb wir noch einmal appellieren: Freie, tut Euch zusammen, organisiert Euch, gemeinsam sind wir stark! Wer nach diesen eindringlichen Worten Mitglied oder Fördermitglied werden möchte: Unterlagen finden sich hier.


Zurück zur Sache: Über bezahlte Inhalte im Internet hat sich der iphone-fan Gedanken gemacht. Interessant zu lesen, wo und warum für Inhalte längst bezahlt wird und warum die Argumentation der Verlage so verlogen daher kommt bzw. wie sie selbst dafür sorgen, dass man ihre Qualitätsinhalte oft hinterher geschmissen bekommt.

 

Weil man sich bei der Finanzierung guter Reportagen und ausgiebiger Recherchen tatsächlich nicht mehr so selbstverständlich auf die Verlage verlassen kann, werden in den USA Modelle eines Journalismus auf Spendenbasis erprobt. Die Süddeutsche Zeitung hat darüber berichtet, nachzulesen hier und dort.

 

Interessant auch ein Interview von den Black Eyed Peas, die sagen, welche Aufgabe sie Plattenfirmen im Internet-Zeitalter zuweisen. Ein Modell auch für die Medienbranche?

 

Zum Abschied haben wir für heute noch einen Link für Sie, der Ihnen in wunderbaren Bildern einen Eindruck davon vermittelt, wie schön unsere Lesereise war, die wir im November mit Unterstützung der Bundeszentrale für politische Bildung und des Duden-Verlags ausgerichtet haben. Wir schalten nach Hamburg

 

Und damit sagen wir: Bis zum nächsten Mal, bleiben Sie uns gewogen! Und lassen Sie sich nicht verrückt machen von den Widrigkeiten in der Welt, bleiben Sie aber stets achtsam,

 

Ihre Freischreiber