Neues von Freischreiber: Kurze Lektüreliste und ein paar Termine

Liebe Empfängerinnen und Empfänger unseres Rundschreibens,

 

heute gibt es nur einen kurzen Brief von uns, und das nicht etwa, weil wir unter den Nachwehen des all zu heftigen Schunkelns und Trinkens im Karneval litten (der Freischreiber-Newsletter wird nicht in Köln oder einer der anderen Hochburgen des Frohsinns gemacht), sondern weil wir diesmal nur die ganz kleine Auswahl an Lesetipps für Sie haben. Aber heute beginnt ja ohnehin traditionell die Fastenzeit, passt also. 

Passend dazu auch die Serie "Wozu noch Journalismus?" auf sueddeutsche.de, wo aktuell Jakob Augstein den Journalisten eine Art Bußpredigt hält. Diskutiert wird allerdings mitunter ganz woanders über die dort erschienen Texte, aber das haben Sie wahrscheinlich längst mitbekommen. 

Da kann man nur hoffen, dass die allgemeine Fasterei nicht auch noch ein paar Verlage auf neue Diät- und Sparrundenideen bringt. Nicht nur, weil für viele Freie ja ohnehin schon ganzjährig Fastenzeit angesagt ist, sondern weil Diät und Denken noch nie gut zusammengingen. Wer allerdings noch immer unverrückbar daran glaubt, dass Denken und schlaue Inhalte für Journalismus irgendwie erforderlich wären, der lese Felix Zimmermanns Anleitung zur Errichtung eines lokalen Meinungsmonopols und staune

 

Wer jetzt zweifelt, findet vielleicht Trost bei einer der Freischreiber-Regionalgruppen, die  für heute abend zu ihren Treffen einladen:

 

Die Hamburger Freischreiber treffen sich um 19 Uhr im Mut-Theater, Amandastraße 58 (Nähe Schanze). Gast ist Christoph Zeuch, Gründer und Kopf von altona.info. Er stellt dort seine hyperlokale Plattform vor. Solche Plattformen gelten gerade als eine der spannendsten Entwicklungen im Journalismus. Wer sich schon einmal einlesen will, findet im Medium-Magazin ein Interview mit Zeuch. Außerdem gibt's Berichte aus dem Vorstand und Infos über die Vergütungsregeln für Tageszeitungen. Ab 21 haben die Hamburger dann einen Tisch im Juli, Schulterblatt 114, reserviert. Auch Nicht-Mitglieder sind eingeladen.

 

Um 19.30 Uhr treffen sich die Freischreiber in Berlin – wie immer an Gemma Pörzgens Wohnzimmertafel. Gast des Abends ist der Geschäftsführer der Werbeagentur Scholz & Friends, Stefan Wegner, der mit den Teilnehmern über eine gewitzte Öffentlichkeitsarbeit für Freischreiber und die Belange freier Journalisten diskutieren wird. Anmeldungen nimmt Gemma Pörzgen entgegen.

 

Und dann möchten wir noch auf diesen Termin hinweisen:

Der DJV Berlin lädt am Montag, 1. März, um 20 Uhr zu einer Diskussionsveranstaltung über die jüngst beschlossenen Vergütungsregeln für freie Tageszeitungsjournalisten. Freischreiber lehnt die von DJV, dju und Zeitungsverlegerverband BDZV ausgehandelten Honorare ab, weil sie dauerhaft festlegen, dass man von der Arbeit für Zeitungen nicht leben kann. Dass der DJV das inzwischen genau so sieht (achter Absatz in diesem Beitrag im Freien-Blog des DJV), läßt uns ratlos zurück: Warum stimmt man solchen Honoraren dann zu und verkaufte das vor wenigen Wochen auch noch als „wichtigen Schritt auf dem Weg zur Sicherung der materiellen Basis freier Journalisten"?

Bei der Podiumsdiskussion des DJV Berlin kann das angesprochen werden, Eva-Maria Schnurr vertritt Freischreiber auf dem Podium. Interessierte, Freischreiber und Noch-Nicht-Freischreiber-Mitglieder sind herzlich willkommen. Ort des Geschehens: DJV Berlin, Lietzenburger Str. 77 (Ecke Uhlandstr., nahe Bahnhof Zoo).

 

Das wär's schon für heute,

 

frohes Fasten, Ihre Freischreiber