Die Dokumentation zum Freischreiber-Zukunftskongress

Zukunft, wir kommen!
„Mach‘s dir selbst!” – Lachen, als jemand den Vorschlag in die Runde wirft. Überrascht erst, dann kurz skeptisch: Soll der Zukunftskongress der Freischreiber wirklich so heißen? Könnte das nicht falsch verstanden werden, Sponsoren verschrecken oder sogar Teilnehmer? Doch, entscheiden wir schließlich, genau so muss der Kongress heißen. Nichts bringt lässiger und treffender auf den Punkt, worum es am 18. September 2010 in Hamburg gehen soll. Darum, wie wir freien Journalisten in Zukunft arbeiten und Geld verdienen werden.
Dafür, da sind wir sicher, ist das Selbermachen zentral: weil eigene Projekte freien Journalisten Profil verleihen und sie selbstbewusst machen – eine sehr wichtige Voraussetzung, um auf Augenhöhe mit Verlagen und Sendern zusammenzuarbeiten. Weil freie Journalisten durch das Internet zum ersten Mal die Möglichkeit haben, ohne hohe Produktionskosten mit eigenen Projekten ein eigenes Publikum zu erreichen, ohne Vermittlung durch Verlage. Und weil Jammern über schlechte Honorare, miese Arbeitsbedingungen oder unzuverlässige Redaktionen nicht hilft. Etwas machen aber schon.
Also machen wir, als ersten Schritt, diesen Kongress. Laden Journalisten ein, die eigene Projekte gestartet haben oder auch gescheitert sind; die Experten sind für Social Media oder auch dafür, wie man die Umsetzung eigener Ideen finanzieren kann; solche, für die das Netz längst Lebens- und Arbeitsraum ist, und solche, die weiterhin an Print glauben. Und freuen uns, als sich mehr und mehr Journalisten anmelden: Offenbar haben wir die Themen gefunden, die Freie umtreiben. Und offenbar gibt es sehr viele, die mit uns gemeinsam in die Zukunft schauen wollen. Mehr als 200 Teilnehmer, dazu 60 Referenten sind es schließlich, die sich am 18. September versammeln, in Workshops diskutieren und streiten, sich in den Live-Magazinen unterhaltsam mit Themen rund um unseren Beruf beschäftigen und am Abend gemeinsam feiern.
In dieser Dokumentation halten wir die Verläufe und Ergebnisse der Workshops fest, zeichnen nach, worüber diskutiert wurde und welche Themen die Freien umtreiben. Die Protokolle entstanden während des Kongresses, diese Zusammenstellung ist ein Arbeitsheft, mit dem Teilnehmer ihre Erinnerungenauffrischen und erfahren können, was in den anderen Workshops verhandelt wurde, und mit dem diejenigen, die nicht kommen konnten, einen Eindruck von dem bekommen, was am 18. September in Hamburg passierte. Das Feedback nach dem Kongress jedenfalls ist eindeutig. Viele Ängste seien verschwunden, hören wir, viele Ideen sind entstanden, und die Gewissheit ist gewachsen: Es lohnt sich, Projekte und Geschichten, an die man glaubt, einfach auszuprobieren, zu machen, auch, wenn vielleicht am Anfang noch nicht klar ist, wie damit Geld zu verdienen ist oder wohin das führt. Warum schließlich sollten die Freien immer nur die anderen machen lassen?
Die Zukunft ist – frei. Und es gilt: „Mach‘s dir selbst!“
Der Freischreiber-Vorstand
- Die Dokumentation des Freischreiber Zukunftskongresses vom 18. September 2010 zum Download [pdf, 100 MB]
- Das Kongressprogramm zum Nachschlagen
Mit freundlicher Unterstützung von:




![]()
![]()




