vom 11T05:04:34+00:00.08.2020

11. August 2020

Zurück im (Home-)Office
 
Liebe FreischreiberInnen, liebe KollegInnen, liebe FreundInnen von Freischreiber,
 
da sind wir wieder! Die freischreiberige Sommerpause hat ein Ende. Ab sofort ist unsere Geschäftsstelle wieder erreichbar, und auch der Vorstand schält sich aus der Sommerfrische. Falls Sie jetzt aber ein mit ausgeruhtem Kopf erdachtes Fazit der ersten sieben Monate dieses Jahres erwarten – sorry, da sind wir ebenso ratlos wie die meisten. Haben wir das Schlimmste hinter uns? Erwartet uns ein Herbst, der genauso rein katastrophal wird wie das Frühjahr? Und falls ja, was wird das mit uns freien Journalist*innen machen? 

Der Verband Freischreiber steht seit seiner Gründung in übertragener Weise für das Prinzip „think global, act local“. Das heißt, auch wenn wir mit Begeisterung über Honorare reden und streiten, haben wir das große Ganze im Blick. Wir wissen, dass 2020 die Lage nicht nur für Freie enorm schwierig ist, und genau deshalb arbeiten gerade jetzt viele unserer Kolleg*innen an Ideen, die sie, die uns in eine stabilere Zukunft führen könnten. Im Fokus werden für uns aber immer auch diejenigen am Ende der medialen Nahrungskette stehen – und das sind leider immer noch meistens freie Journalist*innen, das hat unser im Juni vorgestellter Honorarreport einmal mehr erschreckend deutlich gemacht.

Kein Wunder, dass wir hellhörig wurden, als die „Süddeutsche“ kürzlich ihr zehn Punkte umfassendes „Wertepapier“ vorstellte, in dem die Redaktion nach eigenen Angaben ihr Selbstverständnis in Worte gefasst hat. Unter Punkt 2 heißt es dort: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der SZ hören einander zu, unabhängig von Alter, Geschlecht, Hierarchie und Betriebszugehörigkeit.“ Und weiter: „Freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden fair behandelt.“ Das können wir nur begrüßen! Und wir werden natürlich im Auge behalten, wie der zweifache Höllepreisträger SZ diesen Vorsatz umsetzen wird. Stichwort: kalte Enteignung. Hier ein Auszug aus unserer Laudatio 2018: 

„Wenn es aber darum geht, die Arbeitsbedingungen mit freien Journalistinnen und Journalisten zu gestalten, schreckt die Süddeutsche Zeitung nicht vor kalter Enteignung zurück. So gibt die SZ die bei ihr erschienenen Texte an den Schweizer Verlag Tamedia weiter und wird dafür gut bezahlt. Die Beteiligung der Autoren an diesem Deal? NULL. Um diese Unverschämtheit zu zementieren, verschickte der Süddeutsche Verlag neue Autorenverträge. Wer mit der Unterschrift zögerte, wurde als Autor zunächst einmal gesperrt.“
 
Faire Behandlung für Freie, liebe SZ, bedeutet, mit solchen Praktiken Schluss zu machen. Dem sehen wir mit Freude entgegen. 

In den vergangenen Monaten mussten unsere Regionalstammtische nur allzu oft ins Netz umziehen. Im Südwesten starten wir aber wieder mit einem „richtigen“ Treffen, physisch, draußen: Am 26. August findet in Stuttgart im Biergarten auf der Karlshöhe der nächste Stammtisch der Regiogruppe Südwest statt. Wie immer sind auch interessierte Nichtmitglieder eingeladen. Alle Infos gibt es auf unserer Webseite
 


 Mitmachen und Ärmel hochkrempeln: Jetzt :Freischreiberin (oder :Fördermitglied) werden! 


 
Freischreiberiges
 
Riffreporterin (und Freischreiberin) Sonja Bettel ist mit dem Anerkennungspreis des Österreichischen Staatspreises für Wissenschaftspublizistik ausgezeichnet worden. Gewürdigt wird damit vor allem ihr multimedialer Beitrag über den Tiroler Lech, der in der Flussreporter-Koralle erschienen war. Wir gratulieren! 
 
Und noch eine Gratulation in den eigenen Stall: Unsere Vorstandsmitglieder Katharina Jakob, Jakob Vicari und Jens Eber haben eines der Stipendien im „Kartographen – Mercator Stipendien-Programm für JournalistInnen“ erhalten. Ihnen stehen bis zu 28.000 Euro für eine große Recherche zur Verfügung, deren Thema an dieser Stelle noch nicht genannt werden kann. Aber wir sind mächtig stolz!
 
Apropos Preise: Auch dieses Jahr will Freischreiber wieder seine mehr (Himmel!) oder weniger (Hölle…) beliebten Preise für den besten und schlechtesten Umgang mit freien Journalist*innen vergeben. Wir suchen also frische Kandidat*innen für Himmel und Hölle! Wer hat sich während der Krise solidarisch gezeigt? Wer hat seine Freien gleich mal vom Boot geschubst? Schickt uns Engelchen und Teufelchen! 

Gerade ist noch ein Hörtipp in unserem Postfach gelandet: Die Extra-Folge von “Deine Korrespondentin – der Podcast” mit Freischreiberin und Libanon-Korrespondentin Julia Neumann. Sie spricht mit Pauline Tillmann darüber, wie sie von den Explosionen erfahren hat und vor allem über die Wut der Bevölkerung und wie sie damit umgeht, dass nun so viele freie Reporter*innen in Beirut sind, um zu berichten (Stichwort Fallschirmjournalismus). Hier der Link zur Folge.  

Dies & das
 
Die Technische Universität Dortmund interessiert sich für die Arbeitsbedingungen von Freien, die für lokale Zeitungsausgaben arbeiten – passend zu unserem Fokus des aktuellen Honorarreports. Die Befragung ist anonym und dauert etwa 25 Minuten, eine Teilnahme ist bis Ende August möglich. Sie richtet sich an haupt- und nebenberufliche Journalist*innen. Hier geht es zur Umfrage.
 
Wir sind gespannt, was diese Umfrage ans Licht bringen wird. 
 
Bis dahin gilt weiterhin: Bleiben Sie gesund!
 

Ihre
Freischreiber*innen

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Hier geht´s zum Freienbibel-Blog, der Vorform der nächsten komplett neuen Freienbibel mit aktuellen Infos zur Recherche in Zeiten von Corona, Inspirations-Camp und vielem mehr. 



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