10 Jahre Freischreiber: die Workshops

Freischreiber wird in diesem Jahr 10 Jahre alt. Im Rahmen der Feierlichkeiten bieten wir Freischreiber Mitgliedern am Samstag, 17. November in Berlin verschiedene Workshops an.

Die Kosten für den gesamten Workshoptag inkl. Verpflegung betragen 40 Euro. Die verbindliche Anmeldung ist bis zum 23.10.2018 hier online möglich.

Das Workshopprogramm

10:00 bis 11:30
1. Storytelling in 360 Grad (großer Saal)
2. Podcasts machen (kleiner Saal)

11:45 bis 13:15
3. Unabhängige Finanzierung (großer Saal)
4. Crashkurs: Freier Journalismus (kleiner Saal)

14:45 bis 16:15
5. Was können und müssen wir tun, damit die Bevölkerung den Medien wieder vertraut? (großer Saal)
6. Wo Journalisten arbeiten (kleiner Saal)

 

1. Storytelling in 360 Grad

In diesem Workshop lernt ihr wichtige Grundlagen von 360°-Produktionen kennen. Welche Themen eignen sich (nicht)? Wie werden aus Geschichten Erlebnisse? Was sind Tipps und Tricks aus meiner Dreh-Praxis? Ausgewählte Bespiele zeigen euch, wo 360°-Videos sinnvoll sind.

Referentin: Angela Kea

Angela KaeAngela Kea

ist freiberufliche Journalistin aus Berlin. Für die Produktionsfirma IntoVR dreht sie 360°-Reportagen. Warum VR? “Geschichten in 360° werden viel intensiver erlebt, man ist den Protagonist:innen viel näher.”
Im Innovationslab der Deutschen Welle, das Angela Kea seit Anfang 2017 mitleitet, verfolgt sie die Grundsätze des “Human Centered Designs”. Sie moderiert Sprints und entwickelt mit Projektteams journalistische Inhalte für bewährte und neue Technologien (u.a. Sprachassistenten, Augmented Reality, Social Videos).
Ihr journalistisches Handwerk hat Angela Kea bei WeltN24 als TV-Journalistin vor und hinter der Kamera erlernt. Sie ist Alumna der Arthur F. Burns und RIAS US Duke Media Journalistenprogramme.

 

2. Podcasts machen

Das Audio-Medium Podcast erfreut sich seit einigen Jahren auch in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Ein Trend, der mittlerweile in der breiten Öffentlichkeit angekommen ist und zu einem täglich wachsenden Angebot für HörerInnen führt. Das Schöne dabei: Mehr als einen Computer mit Internetzugang braucht man eigentlich nicht, um selbst zum Broadcaster zu werden und selbst einen eigenen Podcast zu starten. Lohnt sich das auch für Freischreiber? Wie geht man vor? Was gilt es zu beachten? Kann man damit Geld verdienen? Ein kleiner Basis-Crashkurs mit Tipps und Beispielen aus der Praxis.

Referent: Jens Mayer

Jens Mayer
Foto: Ursula Thiele

Jens Mayer

arbeitet seit 2009 als freier Autor, Redakteur und Realisator mit den Schwerpunkten Medien, Film, Serien und Popkultur für taz, ZEIT Online, Indiekino Berlin, Galore Interviews und VISIONS Magazin. Nach der Inspiration durch einen Freischreiber-Stammtisch, entschied er sich Anfang 2017 seinen eigenen Podcast namens „Serienreif“ zu veröffentlichen, der die Entwicklung der deutschen Serienlandschaft in Werkstattgesprächen begleitet. Ein Nischenpodcast, der in der Branche aber schnell Anerkennung fand. Seitdem beschäftigt er sich ausführlich mit dem Phänomen Podcast und den Möglichkeiten, die das Medium bietet.

 

3. Unabhängige Finanzierung

Durch Modelle wie Crowdfunding oder werbefinanzierte Social-Media-Plattformen haben sich neue Möglichkeiten für Journalisten ergeben, ihre Arbeit unabhängig von Verlagen und Sendern finanzieren und publizieren zu können. Welche Chancen bieten sich dadurch tatsächlich? Was muss beachtet werden? Wie findet man UnterstützerInnen und behält sie? Und: Lohnt sich der ganze Aufwand wirklich? Der Workshop stellt drei erfolgreiche Projekte aus den letzten Jahren vor.

Moderation: Jens Mayer

TeilnehmerInnen:

Crowdspondent
Foto: Crowdspondent

Crowdspondent – Deine Reporter

Lisa Altmeier und Steffi Fetz haben sich auf der Deutschen Journalistenschule in München kennengelernt und 2013 zusammen Crowdspondent gegründet, damals um herauszufinden, wie sich Brasilien vor der Fußball-WM verändert hat. Für ihre Mission mit Videoreportagen und Blogbeiträgen wurden sie vom Medium Magazin als TOP 30 bis 30 ausgezeichnet. Seitdem finanzieren sie jährlich eine Recherchereise durch Crowdfunding, z. B. nach Japan und Griechenland. 2018 wurde das Projekt Crowdspondent für den Grimme-Online-Award nominiert. Steffi Fetz arbeitet außerdem als freie Journalistin für den SWR, Lisa Altmeier für PULS TV (Bayerischer Rundfunk).

 

Mirko Drotschmann
Foto: Stefan Daub

Mirko Drotschmann (MrWissen2Go)

Mirko Drotschmann beschäftigt sich auf seinem Youtube-Kanal „Mr Wissen2Go“ mit aktuellen politischen und gesellschaftlichen Phänomenen. Außerdem arbeitete er für Formate wie „Das Ding“, „Logo“ und „MDR Zeitreise“. Im Januar 2015 rief Drotschmann die Aktion #YouGeHa (Youtuber gegen Hass) ins Leben, die einen Publikumspreis der „The-BOBs-Awards“ gewann.

 

Stefan Niggemeier
Foto: Jan Zappner

Stefan Niggemeier (Übermedien)

Seit Anfang 2016 setzen sich Stefan Niggemeier und Boris Rosenkranz in Übermedien kritisch, unterhaltend und unabhängig mit Journalismus auseinander; “hinter uns steht kein Sender, kein Verlag, keine Partei”, beschreiben sie ihr Veröffentlichungsmodell selbst. Finanziert wird Übermedien von seinen Leserinnen und Lesern (inzwischen mehr als 2.700 verkaufte Abos), denen das Magazin monatlich zwischen 3,66 Euro und 19,99 Euro wert ist. Als Gründer von Bildblog und Mitinitiator des Online-Magazins Krautreporter, hat Stefan Niggemeier schon vorher viel Erfahrung mit unabhängigen und leserfinanzierten Online-Projekten gesammelt. Übermedien wurde 2017 mit dem Bert-Donnepp-Preis für Medienpublizistik ausgezeichnet, hat 2017 bei den „Journalisten des Jahres“ den zweiten Platz in der Kategorie „Entrepreneur des Jahres“ belegt und war 2018 für den Grimme Online Award nominiert.

 

4. Crashkurs “Freier Journalismus”

Freiberuflich journalistisch zu arbeiten ist eine wundervolle Sache. Aber es gehört auch viel Organisationskram dazu. Dieser Mini-Crashkurs gibt euch einen Überblick über die wichtigsten Dinge, die das Freiendasein ausmachen (Künstlersozialkasse, VG Wort, Honorare, Steuern, Mehrfach-Verwertung). Außerdem erhaltet ihr eine Einführung in das Serviceangebot von Freischreiber.

Referent: Steve Przybilla


Foto: Iris Rothe

Steve Przybilla

ist Vorstandsmitglied bei Freischreiber. Er arbeitet seit 2012 freiberuflich und ist damit noch immer glücklich. Am liebsten schreibt er Auslandsreportagen, z.B. für die Süddeutsche Zeitung, die NZZ oder Spiegel online.

 

5. Was können und müssen wir tun, damit die Bevölkerung den Medien wieder vertraut?

Gerade in Ostdeutschland sind Journalistinnen und Journalisten unter dem Vorwurf „Lügenpresse!“ immer wieder Angriffen ausgesetzt. Wie können wir dort noch recherchieren? Und was muss sich ändern, damit die Menschen den Medien wieder vertrauen? Oder stimmt das alles gar nicht und das Vertrauen ist – zumindest bezogen auf Gesamtdeutschland – gar nicht gesunken? Es diskutieren ein freier Journalist aus Leipzig, eine Wissenschaftlerin und ein Politik-Youtuber.

TeilnehmerInnen:


Foto: Paul Maurer

Michael Kraske

Michael Kraske, Journalist und Buchautor in Leipzig, schreibt für das Magazin journalist Titelgeschichten, Reportagen und Essays zu Medienthemen, unter anderem über journalistische Sprache, Rechtspopulismus in den Medien und bedrohte Pressefreiheit. Für seine Artikel wurde er mehrfach ausgezeichnet – unter anderem mit dem Sächsischen Journalistenpreis. Nominiert wurde er für den Deutschen Reporterpreis. Seine Reportage “Mein Nachbar, der Neonazi” stand auf der Shortlist zum Henri-Nannen-Preis.

Mirko Drotschmann (MrWissen2Go)

Mirko Drotschmann beschäftigt sich auf seinem Youtube-Kanal „Mr Wissen2Go“ mit aktuellen politischen und gesellschaftlichen Phänomenen. Außerdem arbeitete er für Formate wie „Das Ding“, „Logo“ und „MDR Zeitreise“. Im Januar 2015 rief Drotschmann die Aktion #YouGeHa (Youtuber gegen Hass) ins Leben, die einen Publikumspreis der „The-BOBs-Awards“ gewann.

 


Foto: Richard Lemke

Viola Granow

Viola Granow forscht als Wissenschaftliche Mitarbeiterin von Prof. Dr. Oliver Quiring zu „Medienvertrauen“ (Projekt Medienvertrauen) sowie am Arbeitsbereich bei Prof. Dr. Thomas Koch zu Unternehmenskommunikation/PR an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Zuvor studierte sie in Mainz und an der Université X Paris Publizistik und Soziologie (Bachelor) sowie Kommunikations- und Medienforschung (Master). Ihre Masterarbeit wurde als “Masterarbeit des Jahres 2017” ausgezeichnet.

 

6. Wo Journalisten arbeiten

Miese Zeilenhonorare und sinkende Tagesgagen: Womit können freie JournalistInnen eigentlich sonst noch ihr Geld verdienen, wenn die Auftragslage für Tageszeitungen und Magazine immer schwieriger wird? Müssten ihre Qualifikationen und Erfahrungen nicht auch abseits des klassischen Journalisten-Berufs für Auftraggeber von großem Interesse sein?
Drei Beispiele zeigen auf, dass es sich immer lohnen kann, über den gewohnten Tellerrand hinauszublicken.

Moderation: n.n.

Teilnehmerinnen:


Foto: Alex Lipp

Katharina Jakob

Wissenschaftsjournalistin (Geo Wissen, PM History), Buchautorin und freie Schlussredakteurin beim Wirtschaftsmagazin Brand eins. Sie ist stellvertretende Vorsitzende des Freischreiber-Vorstands, Mitglied der Newsletter-Redaktion und darüber hinaus zuständig für die Freienbibel, die e-Bibel und das Pixi-Buch zum zehnjährigen Freischreiber-Bestehen.

 

Alice GundlachAlice Gundlach

Als gebürtige Mainzerin hatte Alice Gundlach schon immer einen Zugang zum Thema Wein. Zunächst studierte sie aber Politikwissenschaft und Journalismus und arbeitete für die Allgemeine Zeitung Mainz. Danach war sie Redakteurin beim Nachrichtenportal von T-Online und der Nachrichtenagenturen ddp (später dapd) und dpa-AFX Wirtschaftsnachrichten. 2011 machte sie sich selbstständig und schreibt seitdem für Fachzeitschriften und Onlinemagazine vor allem über Wein, Weinanbau und den Weinmarkt. Zudem ist sie als Verkosterin und Autorin für diverse Weinguides tätig, den Weinteil des DER MAINZER Restaurant- und Weinführers leitet sie seit 2017. Sie ist zudem Co-Leiterin der Freischreiber-Regionalgruppe Rhein-Main.

Angelika OhlandAngelika Ohland

ist Journalistin und politische Redenschreiberin. Sie hat vor langer Zeit mal das Feuilleton des Deutschen Allgemeinen Sonntagsblatts und die Abo-Ausgabe von chrismon geleitet. Danach war sie zehn Jahre lang frei als Dozentin, Autorin, Textchefin und Projektleiterin unterwegs. Seit 2015 schreibt sie die Reden für Olaf Scholz und seit diesem Jahr für den Hamburger Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher.
Angelika Ohland ist Gründungsmitglied von Freischreiber und war dort fünf Jahre lang im Vorstand. Zurzeit ist sie in Festanstellung und Fördermitglied.