Foto: Andreas Hornoff

Auszeichnungen für Martin Vogel und den Tagesspiegel

Die Würfel sind gefallen: der Himmelpreis 2016 geht an Martin Vogel. Der Höllepreis 2016 geht an den Tagesspiegel.

Himmelpreis
Martin Vogel hat gewonnen: Zuerst am Donnerstag dieser Woche, und zwar letztinstanzlich beim Bundesgerichtshof: Die VG Wort darf ihre Einnahmen nicht mehr an die Verleger ausschütten. Einen Tag später verleihen ihm die Freischreiber für seinen konsequenten Einsatz für die Interessen der Urheber den Himmel-Preis. Es hat Vogel mehrere Jahre Arbeit gekostet, eine simple Tatsache durchzusetzen, die er so formuliert: „Diese Vergütungsansprüche stehen nur den Urhebern zu.“

„Wir Freischreiber haben uns sehr früh solidarisiert und uns hinter Martin Vogel gestellt“, wie Freischreiber-Vorstand Henry Steinhau in seiner Laudatio sagte. „Aus Sicht von uns freien Urhebern, die mehrheitlich und hauptsächlich mit Verlagen zu tun haben, stellt sich die Ausschüttungspraxis der VG Wort als eine ungerechtfertigte Bevorteilung jener dar, die uns in den vergangenen Jahren mehr und mehr benachteiligten. Die Verlage muteten uns eingefrorene oder gesunkene Honorare, dazu verschlechterte Vertragsbedingungen zu – bei wachsendem Hunger auf Verwertungsrechte aller Art. Daraus sprach für uns eine spürbar abnehmende Wertschätzung unserer Arbeit.“

Dank Vogel muss die VG Wort jetzt bei den Verlagen die bereits ausgeschütteten Vergütungen zurückfordern. „Die VG Wort sollte dieses Urteil auch so verstehen, dass sie gefordert ist, zu ihren Wurzeln zurückfinden, als eine Verwertungsgesellschaft, die von Urhebern gegründet wurde und für die Urheber da ist. Vor allem und zuerst für die Urheber.“

Die Nominierungsbegründung für den Himmel-Preis finden Sie hier:

Herzlichen Glückwunsch, lieber Martin Vogel, zum Himmelpreis

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Höllepreis

Der Hölle-Preis 2016 für besonders schäbiges Verhalten gegenüber Freien geht an den Tagesspiegel. Er habe im Oktober 2015 „von jetzt auf eben die Zusammenarbeit mit seinen freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Eis gelegt“, sagte die Laudatorin und Freischreiberin Silke Burmester bei der Preisverleihung.

„Ohne Ankündigung, ohne Vorwarnung, ohne Übergangsfrist wurden bereits erteilte Aufträge für nichtig erklärt und auch langjährigen Freien die Zusammenarbeit ab sofort aufgekündigt. Auch die Auslandskorrespondentinnen und -Korrespondenten ebenso wie Pauschalisten waren von dieser Maßnahme betroffen. Eine Maßnahme, die einmal mehr zeigt, wie wenig Verbindlichkeit, wie wenig Verantwortungsgefühl in vielen Verlagshäusern heute gegenüber denjenigen existiert, die verlässlicher Teil des Produktionsprozesses sind.“

Gleichzeitig nahm Burmester diejenigen Angestellten des Tagesspiegel in Schutz, die diese Maßnahme nicht zu verantworten haben: „Diesen für viele Kolleginnen und Kollegen existentiell bedrohlichen Rundumschlag den Betroffenen überbringen – das durften die Angestellten tun. Die Verantwortlichen haben … ja was wohl. Irgendwas gemacht. Wahrscheinlich was mit Medien.“

Die Nominierungsbegründung für den Höllepreis finden Sie hier.