Faire Impulse

Wenn es um Verträge und AGB geht, haben wir hier selten Positives zu verkünden. Aber es gibt tatsächlich Ausnahmen. Das Magazin Impulse hat heute die neue Rahmenvereinbarung in die Post gegeben, in den nächsten Tagen wird sie in den Briefkästen der Autoren liegen. Und diesmal dürfen sich die Autoren freuen, denn es ist kein Diktat, wie man es aus der Branche kennt, die möglichst wenig bezahlen und dafür alles bekommen will – wie aktuell im neuen Gruner+Jahr-Rahmenvertrag. Es ist ein Vertrag im Wortsinne: das Ergebnis einer Verhandlung zwischen freien Autoren und Fotografen, Juristen sowie mit uns Freischreibern und Freelens. „Was ist fair?“ fragte Nikolaus Förster, der vom Chefredakteur des Heftes zum Geschäftsführer wurde, als Gruner+Jahr das Wirtschaftsmagazin verkaufte, im März in seinem Blog. Damit eröffnete Förster eine Diskussion auf Augenhöhe, wie wir sie von der Branche schon lange fordern. In vielen Gesprächen haben Freischreiber und unser Anwalt Stephan Zimprich die einzelnen Punkte diskutiert und Verbesserungen vorgeschlagen. Jetzt finden fast alle Punkte unseres Code of Fairness Verwendung im Rahmenvertrag. Dazu zählen eine verbindliche Abnahme, ein volles Ausfallhonorar, wenn ein Text aus redaktionellen Gründen nicht erscheint, die Überweisung des Honorars vier Wochen nach Abnahme. Außerdem bekommen freie Autoren den redigierten Text vor Druck zugeschickt, um letzte Änderungswünsche durchgeben zu können. Darüber hinaus werden Autoren an der Weiterverwertung ihrer Texte mit 40 Prozent des Erlöses beteiligt. Und weil es keine zusätzliche Vergütung für die digitale Veröffentlichung gibt, will Impulse die technischen Voraussetzungen für die METIS-Zählung schaffen, damit Autoren die Beiträge bei der VG-Wort melden können.

„Wenn man sich anschaut, was in den letzten Jahren passiert ist, wie sich Freie, Verbände und Verlage zum Teil vor Gericht über AGBs gestritten haben, wie gefeilscht und polemisiert wurde, dann wundert man sich schon. Als könnten Verlage es sich leisten, auf Freie zu verzichten – was natürlich nicht der Fall ist. Auch wenn es aus Verlagssicht verführerisch sein mag, um jeden Euro zu feilschen, eine gute Zusammenarbeit lässt sich darauf nicht gründen.“

Das schreibt Nikolaus Förster heute – und zeigt gleichzeitig, dass es anders geht.

Liebe Verlage: bitte nachmachen! Es ist doch wirklich nicht so schwer!

Update: Unsere Mitglieder finden die faire Rahmenvereinbarung hier.