#freebilly

Seit über zwei Monaten sitzt der Berliner Journalist Billy Six in einem venezolanischen Militärgefängnis. Sein „Vergehen“: Six hat es gewagt, Staatspräsident Maduro bei einer Wahlkampfveranstaltung zu fotografieren. Ihm wird „Spionage“ vorgeworfen.

Boris Rosenkranz schrieb gestern auf uebermedien.de zurecht über die kaum spürbare Solidarität mit Billy Six. Wir hatten bereits in unserem Freischreiber-Newsletter vom 29. Januar auf die Situation von Six und anderen freien Journalistinnen und Journalisten im Ausland hingewiesen:

“Man mag über Six‘ politisch weit rechts stehende Ansichten streiten – er bezeichnet deutsche KollegInnen auch schon mal als Vertreter der „Lügenpresse“. Trotzdem: Dass ein Journalist, egal welche Auffassungen er vertritt, wegen seiner Arbeit eingesperrt wird, ist ein Skandal! Und erinnert obendrein an die Causa Deniz Yücel, die in Deutschland weit mehr Schlagzeilen machte.

Reporter ohne Grenzen dringt bereits seit Längerem darauf, Billy Six unverzüglich freizulassen. Freischreiber schließt sich diesem Appell an. Wir fordern das Auswärtige Amt auf, dringend mehr für Six‘ Freilassung zu tun.

„Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mich mit meinem Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.“ – Voltaire

Und das ist nur ein Beispiel. Im vergangenen Jahr wurde Freischreiberin Sandra Weiss bei ihren Recherchen in Nicaragua überfallen (den Vorgang beschreibt sie ausführlich in der NZZ am Sonntag). Zum Ärger der Kollegin blieben sowohl die deutsche Botschaft als auch das Auswärtige Amt auffallend still.

Freischreiber appelliert an die Bundesregierung, sich klar und deutlich für bedrängte JournalistInnen im Ausland einzusetzen – auch und gerade für freie KollegInnen, die keinen mächtigen Verlag im Rücken haben.”

Unser Brief an das Auswärtige Amt (PDF)

Die Pressemitteilung von Reporter ohne Grenzen vom 12.12.2018 (“Deutscher Journalist zu Unrecht in Haft“).

07. Februar 2019