Freier Journalismus in der Lindenstraße

Denken Sie kurz an eine dramatische synthetische Streichermelodie und schauen Sie dabei auf eine Ansichtskarte aus München, die die Frauenkirche, den Alten Peter und das Rathaus zeigt. Oder gucken Sie gleich sonntags 18.50 Uhr Lindestraße im Ersten. Denn die Serie, die bekannt ist dafür, aktuelle Themen stets gesellschaftskritisch aufzugreifen und an das ein oder andere Tabu zu rühren, beschäftigt sich endlich mit uns! Nach dem ersten schwulen Kuss im deutschen Vorabendprogramm, nach Sterbehilfe, Stalking, Integrationsproblemen, Kuckuckskindern, Abtreibungen, Zwangsprostitution, Rechtsextremismus, Drogen, Mord und Totschlag wird jetzt der Alltag freier Journalisten thematisiert! Was bisher geschah: Klaus Beimer hat eine ordentliche Karriere hingelegt. 2000 erhält er eine erste Redakteursstelle bei einer Tageszeitung, 2004 arbeitet er zusätzlich für eine Münchner Boulevardzeitung, 2005 macht er ein Praktikum bei einem Auslandskorrespondenten in Südafrika, danach arbeitet er einige Zeit als freier Journalist für den „Münchener Kurier“ und macht sein Diplom (Kommunikationswissenschaften und Soziologie). Nach einer Enthüllungsreportage bekommt er ein Volontariat bei einer Zeitschrift. Zuletzt arbeitete Klaus Beimer er als Pressereferent für eine christlich-konservative Partei, warum er dort aufgehört hat, ist jetzt zu kompliziert zu erklären, aber: seither arbeitet er als freier Journalist. Und weil ein erhoffter Buchvertrag nicht zustande kam und er nur nach festen Stellen gesucht hat, befällt Klaus pünktlich zum Cliffhanger die Panik: „Ich hätte auch nach freien Jobs suchen müssen. Jetzt ist es zu spät. In zwei Monaten bin ich Hartz IV-Empfänger!“ Wie wird es weitergehen? Wird Klaus Beimer endlich Freischreiber-Mitglied?