Er machte es möglich: Sportjournalist Jens Weinreich stiftete den Grundstock für unseren Nothilfefond

Pressefreiheit auf bayerisch

Seit Jahren liegen gegen einen bayerischen Laborunternehmer Hinweise auf Unregelmässigkeiten bei der Abrechnungen mit Krankenkassen vor, immer wieder kommt der Mann davon. Der Passauer Journalist Hubert Denk legte vor drei Jahren offen, dass dieser Unternehmer eine Parteispende in Höhe von 20.000 Euro an den damaligen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber übergeben hat. Mit dabei, eine Notiz an Stoiber: Er hoffe, dass nun alles gut werde.

Unsere Quizfrage: Unternehmer im Zwielicht spendet Geld an Spitzenpolitiker und ein Journalist macht das Ganze öffentlich. Gegen wen der Drei ermittelt die wackere bayerische Staatsanwaltschaft mit unerhörtem Aufwand, legt eine über 700 Seiten dicke Akte an und befragt 50 Zeugen?

Nee, Sie kommen nicht drauf, oder?

Na, gegen den Journalisten natürlich. Straftatbestand: “Verletzung des vertraulichen Worts”. Sehr schön zusammengefasst hat diesen ungewöhnlichen Fall des Freischreibers Hubert Denk aus Passau in dieser Woche nicht der Spiegel, sondern das Lokalblog Regensburg-Digital.

Sie finden das Skandalös? Wir auch. Hubert Denk hat uns, wie auch andere Verbände um Hilfe gebeten, der Rechtsstreit mit der Staatsanwaltschaft wird teuer. Und weil es hier gegen einen freien Journalisten geht und die Staatsmacht offenbar den Blick für’s Wesentliche verloren hat, wird Freischreiber Hubert Denk unterstützen.

Das ist uns als kleinen Verband möglich, weil uns der Sportjournalist Jens Weinreich 2008 einen recht ansehnlichen Betrag anvertraut hat. Er hat ihn damals via Crowdfunding eingesammelt um seinen Streit mit dem DFB-Präsidenten Theo Zwanziger zu finanzieren. Was übrig blieb, sollten wir verwalten und genau für den Fall verwendet werden, dass ein freier Journalist bei seiner Tätigkeit in juristische Probleme gerät. Wir helfen Hubert Denk gerne und werden weiter über den Fall berichten.