Teamarbeit am Schnittplatz

„Überstunden, Lügen, Arschlöcher“ - die "unterbezahlte Hölle" der Medienbranche

„Überstunden, Lügen, Arschlöcher“, so ist der Blog-Beitrag von Anneli Botz überschrieben, in dem sie über die Arbeitsbedingungen in der Medienbranche , der „unterbezahlten Hölle“ schreibt.

Zunächst als Praktikantin (was sonst?), dann als festangestellte Redakteurin mit sage und schreibe 1.000 Euro im Monat stürzt sie sich mit Begeisterung in die Arbeit, dreht Beiträge über die Musikszene, macht Interviews, arbeitet rund um die Uhr. Ja, vieles an dem Beruf macht ihr, wie vielen, Spaß, wenn nur nicht die wirklich untragbaren Arbeitsbedingungen wären, die schließlich dazu führen, dass sie fristlos kündigt.

Mehr dazu: Die unterbezahlte Berliner Hölle.
Im Moment erlebe ich das bei vielen Kolleginnen und Kollegen: auch langjährig Beschäftige bekommen plötzlich immer weniger Aufträge, die Produktionen werden immer schlechter bezahlt, es gibt weniger Drehtage, weniger Schnitt…
Besonders hart trifft es die freien Kolleginnen und Kollegen, denen oft jegliche tarifliche Absicherung fehlt. Die bei den kleinen Produktionsunternehmen Beschäftigten müssen erleben, dass der finanzielle Druck auf sie weiter gegeben wird.

Wie schwierig die Situation gerade für freie Fernsehjournalisten ist, zeigen auch die vier Videos bei Vocer.
Es wird Zeit, dass wir uns gegen solche Arbeitsbedingungen wehren!
Und jetzt eine gute Nachricht, überall gärt es: Unter dem Motto: „Der Rundfunk brennt!“ haben Mitglieder von Freischreiber, Verdi (Deutsche Welle, WDR, connexx, Interessenvertretung der Medienschaffenden) und dem Bundesverband der Fernsehkameraleute (BVFK) in Köln die Initiative „Rundfunkretter“ gegründet, die mit Veranstaltungen und öffentlichen Aktionen auf die Arbeitsbedingungen in unserer Branche aufmerksam machen wollen. „Der Rundfunk brennt – wir wehren uns!“
(Michael Schomers)