Unternehmerjournalismus? Nein, Gründergeist!

Ulrike Langer, Freischreiber -Mitglied der ersten Stunde, hat für ihr Blog medialdigital ein aufschlussreiches Interview mit dem Fotografen Daniel Nauck geführt. Nauck, 33, hatte vor einem Jahr einen kleinen Animationsfilm für den Freischreiber-Zukunftskongress beigesteuert („Annas Traum“). Nun erzählt Nauck, wie sich die Geschäftsidee, die er gemeinsam mit freien Kollegen in Hannover und Berlin umzusetzen versucht, in der Praxis entwickelt hat, konkret: wie das von ihnen als „Unternehmergesellschaft“ gegründete Produktionsstudio 2470media vorankommt. Spezialität des Teams sind „journalistische Multimedia-Reportagen“, das sind „ Mischformen an der Schnittstelle zwischen Bewegtbild, Fotografie und Radio“. Nebenbei löste das Interview eine interessante Debatte über den Begriff „Unternehmerjournalismus“ aus. Denn wer will schon „Unternehmerjournalist“ sein? Das klingt doch nach Handwerksmesse und PR für den Arbeitgeberverband. Also reden wir lieber über Gründergeist. Nauck: „Die Frage lautet ja immer, warum haben deutsche Medienleute so wenig Gründergeist? Meine Antwort: Es gibt keine Förderung unternehmerisch denkender Journalisten.“ 2470media hatte anfangs etwas Geld aus der niedersächsischen Hochschul-Förderinitiative Gründercampus erhalten, außerdem eine Anschubfinanzierung des Medienboard Berlin-Brandenburg. In ein, zwei Jahren will 2470media in den schwarzen Zahlen sein. „Unser Geschäftsmodell“, sagt Nauck, „ist interessant für Leute, die jetzt gerade frisch von den Medienhochschulen auf den Markt kommen… Wir vernetzen uns mit Designern, Animationsprofis und Programmierern. Das kann man auch machen, wenn man zum Beispiel ein hyperlokales Blog starten will. Journalist sein heißt ja nicht auch noch unbedingt Producer, Verleger und Programmierer sein zu müssen. Das kann man gar nicht alles selbst können, sondern man muss sich die passenden Leute suchen und sich mit ihnen vernetzen.“ Das komplette Interview gibt’s bei medialdigital.