VG Wort macht endlich Dampf

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Freischreiber begrüßt, dass die VG Wort endlich erkennt, dass eine Rückforderung an die Verlage auch ohne einen gültigen Verteilungsplan erfolgen kann. Dies zeigt, dass die auch von Freischreiber unterstützte Ablehnung des Verteilungsplans bei der Mitgliederversammlung im September richtig war und keine Verzögerung der Rückzahlungen bedeutet. Zugleich zeigt der Beschluss, dass Vorstand und Verwaltungsrat endlich bereit sind, Entscheidungen im Sinne der Urheber zu treffen.

„Deshalb sind wir zuversichtlich, dass Vorstand und Verwaltungsrat die im September in München gescheiterte Beschlussvorlage zur nächsten Mitgliederversammlung weiter entwickelt“, erklärt der Vorsitzende von Freischreiber, Benno Stieber.

Druck der Mitglieder war erfolgreich – weitere Änderungen notwendig

Freischreiber fordert, dass die VG Wort bei Rückzahlungen ähnlich strenge Verfahren vorsieht, wie sie die VG Bild-Kunst kürzlich beschlossen hat. Außerdem halten wir das vorgesehene anonymisierte Abtretungsverfahren, bei dem Urheber freiwillig auf eine Rückzahlung verzichten können für verzichtbar und untauglich. „Wir sind der Auffassung, dass es nicht Aufgabe der VG Wort als Treuhänderin ist, freiwillige Abtretungen der Urheber an die Verlage zu organisieren“, sagt Stieber.

Mit den jetzigen Entscheidungen und unter Berücksichtigung weiterer Punkte kann aus Sicht von Freischreiber ein Verteilungsplan für die Rückabwicklung der zu unrecht an die Verlage ausbezahlten Leistungen entstehen, der die Interessen der Urheberinnen und Urheber angemessen berücksichtigt. „Wir werden aber weiter dafür eintreten, dass auch der künftige Verteilungsplan die Urteile des BGH und des EuGH im vollen Umfang berücksichtigt“, erklärte Stieber. „Gesetze, die vergangene Verhältnisse wiederherstellen wollen, wie sie im Moment in Berlin und Brüssel diskutiert werden, sehen wir dagegen mit großer Sorge.“

Anders als vielfach unterstellt, ist Freischreiber e.V. selbstverständlich an dem Erhalt der VG Wort gelegen. Diese international beachtete Konstruktion wird für die Urheberinnen und Urheber auch in Zukunft ein wichtiger Garant dafür sein, dass Urheberrechte einen Wert haben, der sich sie in Einnahmen ausdrückt, erklärte Stieber. Gerade deshalb müsse sich die VG Wort auch immer wieder den Veränderungen der Branche anpassen. „Dass die Gremien der VG Wort dazu in der Lage sind, haben Sie mit ihren jüngsten Entscheidungen gezeigt.“
Mit freundlichen Grüßen,

die :Freischreiber, 13. Oktober 2016