[Der :Freischreiber-Newsletter]

vom 27.03.2015

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

noch einmal schlafen.

Dann ist der 28. März.

Und dann – ist Hamburg.

Also erst die Mitgliederversammlung für Freischreiber-Mitglieder.

Und dann – unsere Podiumsdiskussion über unserer „Code of Fairness“, die anschließende Verleihung unseres „Himmel- und Hölle-Preises“, die gekrönt werden wird von unser Freischreiber-Party!

Wichtig: Für den Besuch der Diskussion, der Verleihung und der Party muss man kein Freischreibermitglied sein! (Gab ein paar schüchterne Rückfragen a la „Ich würde gerne kommen, bin aber kein Freischreibermitglied …“). Also: Kommt zahlreich! Und bringt Kollegen und Kolleginnen mit!

 

Im Detail: Für die Diskussion ist Einlass um 19 Uhr; 20 Uhr geht es los und auf dem Podium werden sitzen: Jens Bergmann (Geschäftsführender Redakteur, brand eins) und Iris Mainka (CvD der Die Zeit), sowie Marc Winkelmann (Chefredakteur, enorm) und Benno Stieber (Freier Journalist und Vorsitzender – unser Freischreibervorsitzender).

Außerdem liest Silke Burmester der Branche die Leviten.

Dann Preisverleihung und dann wird gefeiert!

 

Wo das alles? Im Betahaus, im Schanzenviertel, in der Eifflerstraße 43. Die S-Bahnstation Sternschanze findet sich ganz in der Nähe.

 

Und wer nicht kommen kann, aber besonders am Himmel- und Hölle-Preis interessiert ist und allen, die neugierig sind (eigentlich eine Art grundlegende Charaktereigenschaft unserer Branche), die können wir schon mal auf die Nominierungen verweisen.

 

Für die Hölle sind nominiert:

„Badische und Aargauer Zeitung“ … „Gruner + Jahr“ … „Taz“ … „Zeit Online“

 

Und für den Himmel sind nominiert:

„Eltern“ … „Manager Magazin“ … „Free Men's World“ … „Reportagen“ … „WDR 5 Leonardo „

 

Wie sich die Begründungen unserer unabhängigen Jury dazu lesen, erfahren Sie hier und hier.

 

Und nun bleiben wir gespannt, wer es denn jeweils werden wird

 

 

 

Dies und Das

 

Aus leider gegebenem Anlass – ein wirklich zu Herzen gehender „Erfahrungsbericht“ von der Kollegin Sandra Schink, die Kind war, als zwei Journalisten an der Haustür ihres Elternhauses klingelten, weil ihr bestes Freund mit seinen Eltern tödlich verunglückt war und sie nach Fotos fragten.

Ihr Appell: „Liebe Chefredakteure, Ihr alle habt die Macht, dieser furchtbaren Unsitte Einhalt zu gebieten, die so zynisch „Witwenschütteln“ genannt wird. Ihr müsst Euren Mitarbeitern nicht diesen sinnlosen Job abringen, den keiner jemals gerne und aus Überzeugung gemacht hat. Auch Ihr nicht.“ Zuerst von ihr auf Facebook gepostet – nun von Carta übernommen.

Danke!

 

Freischreiberiges

 

„Die Autorin Charlotte Wiedemann vermisst vom Mainstream abweichende Meinungen in deutschen Medien. Es würden nur äußerst selten Ansichten geäußert, die mächtigen Interessen widersprechen, sagte sie im DLF. Ebenfalls würden Minderheiten zu wenig davor geschützt, von Mehrheitsmeinungen erdrückt zu werden.“ Und so hat sie sich mit der Freischreiberin und Rundfunkjournalistin Brigitte Baetz zu einem längeren Gespräch getroffen. Hier lässt es sich nachhören.

 

Umfrage

 

Da reichen wir gerne die Anfrage für eine Umfrage des Kollegen Julian Weier weiter. Und los geht es:

„Im Rahmen eines Forschungsprojektes im Fachbereich Journalistik an der Technischen Universität Dortmund untersuche ich den Umgang von Presseverlagen in NRW mit freiberuflichen Beschäftigungsverhältnissen.
Um feststellen zu können, in wie vielen Fällen die Verlage bei ihrer Beschäftigung von freiberuflichen Journalisten die Grenze zur sogenannten Scheinselbstständigkeit überschreiten – sie dürfte Ausdruck der Krise auf dem Zeitungsmarkt sein -, habe ich einen Fragebogen erstellt, den Sie unter folgendem Link ausfüllen können:

www.soscisurvey.de/NRW-Selbststaendige

Diese Umfrage wendet sich an Journalisten in Nordrhein-Westfalen, die hauptberuflich als Selbstständige arbeiten und zu deren wichtigsten Auftraggebern einer oder mehrere Presseverlage gehören.
Es handelt sich um eine unabhängige, wissenschaftliche Arbeit. Alle Eingaben werden anonymisiert erfasst und sind nicht auf den einzelnen Teilnehmer zurückzuführen. Die Teilnahme dauert etwa zehn Minuten.
Für Rückfragen stehe ich Ihnen unter julian.weimer-at-tu-dortmund.de gerne zur Verfügung. Jeder Teilnehmer kann optional an einer Verlosung von zwei Amazon-Gutscheinen im Wert von je 25 Euro teilnehmen.

 

Seminare

 

Die JournalistenAkademie der Friedrich-Ebert-Stiftung bietet im April und Mai folgende Seminare zu denen Sie sich noch anmelden können:

„Erneuerbare Energien: Der kompakte Einstieg“ und das am 13. April 2015 in Berlin

„Mit dem Ausstieg aus der Atomenergie und der Verpflichtung zur Reduzierung der Kohlendioxid-Emissionen ist die Frage, woher in Zukunft unser Strom kommen soll, zu einem zentralen Thema des gesellschaftlichen Diskurses geworden. Die erneuerbaren Energien – in Deutschland vor allem Wind- und Solarstromerzeugung – haben seitdem einen ungeahnten Aufschwung genommen. Das eintägige Seminar gibt einen kompakten Überblick über den Stand der Technik, liefert Recherche-Quellen und Themenanregungen und widmet sich den aktuell in der öffentlichen Diskussion behandelten Fragen: Warum steigen die Strompreise mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien – und gibt es Alternativen zum Erneuerbare-Energien-Gesetz? Brauchen wir den Netzausbau, und was tun wir, wenn der Wind nicht weht?“

Hier erfährt man mehr.

 

Und ein zweites Seminar:

„Social Media: Diskurs-Webinar für Fortgeschrittene“

am 13., 14., und 15. April 2015 jeweils von 17.00 – 18.15 Uhr online.

„Das dreigliedrige Webinar widmet sich dem professionellen Einsatz von Social Media aus Sicht von Online-Redaktionen und freien Journalisten. Zwei Experten geben Einblick in die Herausforderungen und Strategien beim Einsatz von Social Media. Auf eine rund 30-minütige Impulspräsentation folgt eine Diskussion mit den Praktikern. Der dritte Termin wird den Teilnehmenden zur Präsentation und Diskussion eigener Projekte und Erfahrungen zur Verfügung gestellt.“

Hier wird man hier schlauer.

 

So. Das war's schon wieder. Wir stürzen uns jetzt in die letzten Aktivitäten, damit mit Diskussion, Verleihung und Party auch alles klappt – und lassen den Blick noch mal nach Hamburg schweifen. Nicht ins Schanzenviertel (Sie wissen, dort ist das Beta-Haus, wo wir Freischreiber jetzt am Samstagabend und so weiter …), sondern nach Ottensen, dem anderen, berühmten weil angesagten Stadtteil.

Dort lebt Winfried Buck. Genannt: „Winnie“. Hat dort einen Kiosk. Einen besonderen Kiosk. Wo man keine „Bild“ kaufen kann. Nee – macht der Winnie nicht, die „Bild“ verkaufen. Geht ihm gegen die Hutschnur, sozusagen.

 

Nun hat Winnie sich mal vom „Bildblog“ besuchen lassen, und wir lassen Sie nun mit ihm und dem „Bildblog“ allein:
 

„Ein Kunde kommt rein, legt wortlos die „Süddeutsche“ auf den Tresen, stellt sich in eine Ecke und hört dem Interview zu. Offenbar kommt er öfter hierher.
BILDblog: Das heißt, Sie haben sich auch vorher schon über die „Bild“-Zeitung aufgeregt, nicht nur über die Sarazzin-Geschichte?
Buck: Die „Bild“-Zeitung hab’ ich immer schon gehasst. Ich hab’ auch noch nie in meinem Leben eine gekauft. Das war schon in meinem Elternhaus ein No-Go. Aber wenn du so einen Laden hast, verkaufst du halt auch alles, was dazugehört.
Kunde: Musst du auch, Winnie. Auch wenn’s wehtut. Das ist Pluralismus. Geht nicht anders.
BILDblog (zum Kunden): Sie finden es also nicht gut, dass es hier keine „Bild“-Zeitung gibt?
Kunde: Eigentlich kannst du das nicht machen.
Buck: Hmm …
Kunde: Das ist so! Das ist Pluralismus. Was man machen kann: Die Leute, die das Ding kaufen, mal ein bisschen strafend angucken. Aber zu sagen: „Bild“ verkaufe ich nicht, ist eigentlich nicht haltbar im demokratischen Sinne.
Buck: Streng genommen hast du da recht.
BILDblog: Aber es ist auch nicht haltbar im demokratischen Sinne, gegen die Griechen zu hetzen.
Kunde: Ja, aber … es ist schwierig. Wo die Meinungsfreiheit enden darf und kann, ist ja immer auch von Subjektivität getragen.“

 

In diesem Sinne und bis morgen Abend!

Ihre

Freischreiber 

Himmel-und_Hölle-Preis 2013

FREISCHREIBER TERMINE

 

Weltweit im Netz

Schon mal ein Ausblick: Unser nächstes Webinar findet am 29. April, um 16 Uhr statt. Dann wird Albrecht Ude zum Thema Web-Recherche sprechen.

Die Webinare finden in Kooperation mit dem „Forum Journalismus und Medien (fjum)“ statt. Wir nutzen für das Webinar Adobe Connect. Zum Webinarraum kommt ihr über diese Verbindung.

 

Mehr Infos zur Reihe „Webinare“ allgemein gibt es hier.