DER :NEWSLETTER

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
 
kennen Sie schon unser neues Mitglied Karl? Ein netter Kerl, der den ganzen Tag wie Sie und ich seine Arbeit macht und sich immer wieder wundert, wie wenig dabei rumkommt. Also an Geld.
 
Was Karl (Nachname: Urheber) derzeit umtreibt, das zeigen wir in einem kleinen, sehr charmanten: Denn Karl ist überhaupt nicht damit zufrieden, wie die große Verwertungsmaschine derzeit arbeitet und was der neue Entwurf des Bundesjustizministeriums für ein reformiertes Urhebergesetz für einen wie ihn bereit hält!
 
Also schauen Sie, kommentieren Sie, posten Sie und teilen Sie! Beteiligen Sie sich an unserer Kampagne für ein wahrhaft urhebergemäßes Urheberrecht. Denn Karl, das sind wir alle.
 
Und wenn Sie noch nicht ganz in der Urhebermaterie drinne stecken (muss Ihnen nicht unangenehm sein, ist wirklich kein einfaches Thema, besonders, wenn man in die Details geht), so haben wir frisch unsere Homepage mit den Freischreiber-Positionen zum Komplex Urheberrecht bestückt, sehr genau Punkt für Punkt das geplante Gesetz betrachtet und dem gegenüber unserer Forderungen aufgestellt. Denn unsere Ausgangseinschätzung ist folgende: „Mit diesem Entwurf entfernt sich die Regierung (jedoch) mehrere Schritte von einer echten Stärkung der Urheber. Durch Änderungen und Streichungen entwertet sie weite Teile der im Großen und Ganzen begrüßenswerten Ansätze des BMJV – und wendet sich somit mehr den Interessen der Verwerter als verbesserten Rechten der Urheber zu.“
 
Auch nicht verkehrt: immer mal wieder einen Blick auf die Homepage der „Initiative Urheberrecht“ zu werfen. Freischreiber ist Mitglied.
 
Zweite, dazu passende Freischreiber-Baustelle: die VG-Wort, denn auch hier geht es um uns als Urheber. Genauer: Um die Frage, was denn nun mit dem Geld passiert, dass bisher die VG Wort rechtswidrig an die Verlage ausgeschüttet hat, wogegen bekanntlich der Autor Martin Vogel ein Urteil erstritten hat und dafür von Freischreiber mit dem Himmel-Preis bedacht wurde. Nun gab es eine 1. VG-Wort-Mitgliederversammlung, in der die VG Wort zunächst eingestand, eine „blöde Gesamtsituation“ verursacht zu haben, wie auch offenbarte, dass ihr Rechtsstreit mit Martin Vogel ihr eine Million Euro gekostet habe.
Was danach geschah, beschreibt Freischreiber-Mitglied Stefan Niggemeier von „Uebermedien“ wie folgt: „Es herrschte eine überaus gereizte Stimmung im Meistersaal in der Nähe des Potsdamer Platzes am Freitag. Kein Wunder: Aus der Sicht der einen steht seit dem Urteil des BGH endgültig fest, dass die VG Wort mit ihrer Verteilungpraxis die Urheber seit vielen Jahren um sehr, sehr viel Geld gebracht hat, das ihnen zugestanden hätte. Von dem veruntreuten Geld wollen sie jetzt möglichst schnell möglich viel zurück. Sie wollen wissen, wer für den Schaden haftet und wer die Verantwortung für die Fehler trägt.“
 
Die Initiative „Urheberpauschale“ um Tom Hillenbrand hat begleitend einen offenen Brief an den Justizminister Heiko Maas formuliert, der nach dem Willen der VG Wort für ein neues Gesetz sorgen soll, mit dem die Verlage wieder mit im Boot wären: „Autoren sind keine Großverdiener. 2015 betrug ihr Durchschnittseinkommen 19.061 Euro. Das entspricht in etwa dem Jahresgehalt eines Zimmermädchens. Selbst „Bestsellerautoren“ können von ihrer Arbeit oft nicht leben. Deshalb ist der jährliche Scheck der VG Wort für Autoren so wichtig.“ Und daher: „Wir appellieren deshalb an Sie: Sorgen Sie dafür, dass fortan die gesamte Urheberpauschale an die Autoren ausgeschüttet wird. Schließlich haben Sie selbst kürzlich erklärt, ausschließlich die Autoren seien Urheber. Folglich können auch nur Autoren Anspruch auf Mittel aus der Urheberpauschale haben.“ Mehr Informationen dazu hier.
 
Und so wird es spannend werden, ob und wie am Ende zwischen den Interessen der AutorInnen als Urheber und den Verlagen entschieden werden wird.
 
Einen besonders lustigen Vorschlag unterbreitet dazu derweilen der Justiziar des Börsenvereins Christian Sprang, denn seiner Meinung nach „ … ist es grundsätzlich vorstellbar, dass ein Verlag sich von seinen Autoren deren Auszahlungs- bzw. Nachzahlungsansprüche gegen die VG Wort in der Höhe des bisherigen Verlagsanteils abtreten lässt und mit diesen gegen die zu erwartenden Rückforderungen der VG Wort aufrechnet. Das setzt allerdings voraus, dass die Autoren dem Verlag gegenüber eine solche Abtretung ihrer Ansprüche erklären. Das muss in einem gesonderten (schriftlichen) Vertrag geschehen – der ursprüngliche Verlagsvertrag kommt dafür nicht infrage, weil eine Abtretung der Ansprüche erst nach deren Entstehung, also erst nach Erscheinen des Werks, möglich ist.“ Also – aufpassen beim Vertrag unterschreiben (sollte man sowieso)!
 
Und ansonsten: Schon mal und unbedingt vormerken: Am 10. September findet die nächste, dann außerordentliche Versammlung der VG Wort statt und das in München. Wenn Sie noch nicht Mitglied bei der VG Wort sind (was etwas anderes ist, als lediglich „wahrnehmungsberechtigt zu sein“), hier ist der Weg in die Mitgliedschaft beschrieben.
 
 
FREISCHREIBERIGES
 
“Berufsschulen auf dem Abstellgleis” heißt das neue Buch, das Freischreiber Armin Himmelrath zusammen mit Katharina Blaß geschrieben hat. Und darum geht es: „Wir gehen der Frage nach, warum Berufsschulen in der öffentlichen Bildungsdebatte kaum wahrgenommen und von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft seit Jahren vernachlässigt werden – obwohl diese Schulen, quasi im Verborgenen, jede Menge Reformpotenzial haben und als Labore für Veränderungen der Bildungslandschaft dienen könnten.“

Freischreiber und Filmemacher Michael Schomers dagegen war mal wieder undercover unterwegs. Er ließ sich in ein Pflegeheim einweisen, um nicht nur zu beschreiben, sondern zu erleben, was einen dort erwartet, während seine Kollegin Gita Datta das Heim offiziell besuchte. Ein gemeinsames Recherche-Projekt von Correctiv und dem NDR – und ein Ausflug in einer Welt, die wir nie betreten wollen. Aber wird man uns am Ende fragen?
 
Und wo wir gerade bei einem Thema sind, bei dem besonders die Männer reißaus nehmen: Die zweite Ausgabe der „Männerzeitung“, einem Projekt aus der Schweiz, Deutschland und Österreich, bei dem Freischreiber Frank Keil federführend dabei ist, ist frisch erschienen. Es geht um Männer als Väter und unter anderem darum, warum man in der Schweiz als frischer Vater gerade mal so lange daheim bleiben darf, wie wenn ein Umzug ansteht: zwei Tage.
 
 FREISCHREIBER-SEMINARE
 
BERLIN
Nur noch wenige Plätze sind frei beim „mobile-reporting-Workshop” der Freischreiber in Berlin: „Um einen kurzen Film in professioneller Qualitität zu drehen, zu schneiden, zu vertonen und online zu stellen, braucht man nur noch ein Smartphone oder iPad. Dadurch ergeben sich für Reporter ganz neue Möglichkeiten.“
Termin: 1.Juli, ab 10 Uhr. Kosten: acht Stunden für schlappe 60 Euro. Übrigens ein Angebot nur für Mitglieder, um mal wieder dezent darauf hinzuweisen, dass es sich sprichwörtlich lohnt, zu den Freischreibern zu gehören …
 
ONLINE
Und unsere Webinare? Die eigenen sind für unsere Mitglieder nach dem üblichen Log-in anschaubar; unsere Kooperations-Webinare mit der „torial.academy“ sind für alle sichtbar. Wie das über Snapchat.
 
DIES UND DAS
 
„Der Alltag in Familie, Beruf und Ehrenamt verlangt uns täglich Dutzende Entscheidungen ab“, schreibt uns „Adenauer Campus“, und wir seufzen dabei tief auf, denn das kennen wir nur zu gut: Viel zu tun und so gar keine Zeit! Also werden wir uns nach und nach die zwölf Video-Tutorials anschauen, die ein besseres Selbst- und Zeitmanagement versprechen – wenn wir mal dazu kommen.
 
‘Müsste ich nicht mehr schaffen, müsste ich nicht total inspiriert sein?’, fragt sich sinngemäß auch die digitale Nomadin Marinela Potor. Und sie hat mal in ihrem Kopf nachgekramt, was sie alles inspiriert und dazu einen lustigen Text geschrieben: „Wenn euch eine Idee kommt, schreibt sie sofort auf, egal wie unsinnig sie euch in dem Moment erscheint. Lasst euch bloß nicht von eurem Gehirn einreden, es sei Quatsch.“ Ansonsten: „Auch ein bisschen Alkohol kann dabei helfen – in Maßen. Denn das hilft unserem Gehirn ebenfalls dabei, loszulassen. Wenn ihr euch also inspirieren lassen wollt, trinkt bitte keinen Kaffee oder Energy Drinks, sondern lieber ein Bier oder auch Milch mit Honig. Das versetzt euch genau in die richtige leicht dusselige Gemütslage, um euch inspirieren zu lassen. Dabei werden euch wahrscheinlich die verrücktesten Ideen kommen.“
 
Praktischer ist Stephan Seiler als Chefredakteur von „DB Mobil“ orientiert, der im Interview mit dem „DailyBradMag” verrät, wie man bei großen Magazinen große Geschichten los wird: „Eine gute Geschichte ist entweder überraschend oder relevant, im besten Falle beides.“ Nun ja. Interessanter ist schon diese Aussage: „Mich interessiert weniger der Autor als der Themenvorschlag. Ich will von der Geschichte, der Originalität und der Sprache begeistert werden.“
 
So. Das wars schon wieder. Also – fast. Denn den Autor des Freischreiber-Newsletter zieht es dieser Tage immer mal wieder nach Island! Nicht in echt natürlich, denn dazu fehlt mehr als die Zeit das Geld (siehe: Karl). Also folge ich mit wachsender Begeisterung dem Blog von Madeline (Bloggerin) und Jan (Musiker), die entsprechend bloggend und musizierend durch Island ziehen. Garniert mit schöner Musik in einer schönen Landschaft, bevölkert mit lustig-schrägen Menschen – was will man mehr?!
 
In diesem Sinne: Bleiben Sie glücklich!

Ihre Freischreiber

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geht´s zu Karl in der Verwertungsmaschine!



Trends im Journalismus 2016: Die torial academy organisiert in Kooperation mit :Freischreiber, fjum, Deine Korrespondentin und weiteren Partnern eine neue Webinar-Reihe. Nächster Termin ist der 14. Juni, 19 Uhr mit Maren Urner von Perspective Daily.

HAMBURG

In Anlehnung an die eBibel erwartet euch ein „Wie machst du das?“ live. Montag, 13. Juni, 19.30 Uhr im Klippkroog in Altona. Bitte Anmeldung unter hamburg-orga(ät)freischreiber.de.

WORKSHOP FRAUEN AUF DIE BÜHNE

Ort: Hamburg, EMOTION Verlag (Hoheluftchaussee 95)
Datum: 2. Juli 2016, 10-17.30 Uhr
Mehr dazu hier.

MEDIENSALON #3

Datum: Donnerstag, 9. Juni, 20 Uhr, Ort: Pony Bar Hamburg
Thema der Infoveranstaltung: Videos fürs Netz mit Mitarbeitern von Stern und NDR. Die Veranstaltung ist kostenlos. Mehr dazu hier.