[Der :Freischreiber-Newsletter] So denkt der Feind – möglicherweise



[Der :Freischreiber-Newsletter] So denkt der Feind – möglicherweise

vom 31.01.2014

 

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
 
 ohne Umschweife diesmal gleich zum Kern. Diese Woche ist unser Themenportfolio so bunt, dass wir ohne große Einleitung gleich auf die wichtigsten Statements, Diskussionen und Ereignisse hinweisen wollen.
 

Dies und das
Dozent Christian Sauer ist gegen eine Standardisierung der journalistischen Aus- und Weiterbildung. Ein paar Tage nach seinem Artikel auf newsroom.de plädiert Oscar Tiefenthal, Leiter der Evangelischen Journalistenschule in Berlin, an selber Stelle für eine „Qualitäts-Charta“ bei den Journalistenschulen.
 
Ein Beitrag über die KSK unter Druck lief im Deutschlandfunk und ist dort zu hören. Ja, es geht auch um Journalisten, um Kontrollen und um das Bekenntnis der Regierung. Erschreckend: Das durchschnittliche Mitglied verdient 14 500 Euro im Jahr. Ein bisschen hat die geschätzte Kollegin Sina Fröhndrich aber die Printjournalisten vergessen, als sie der Meinung ist, dass die KSK für Journalisten vielleicht gar nicht so nötig wäre. Vielleicht nicht so sehr für die, die für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk arbeiten und anscheinend auch nicht so sehr für die, die für den Deutschlandfunk arbeiten.
 
Über die zwei sehr unterschiedlichen Internetseiten „Buzzfeed“ und „The Information“ schrieb Johannes Boie in dieser Woche in der „Süddeutschen Zeitung“: „Die Website „Buzzfeed“ erzielt mit absurden Listen und geklauten Bildern große Reichweiten und finanziert damit Investigativrecherchen. Das Start-up „The Information“ setzt hingegen auf Fakten gegen Geld. Beides funktioniert prächtig“, so der Autor.
 
Eine digitale Erklärung zum Datenjournalismus kann sich der Interessierter hier herunterladen. In dem Dokument wird dieser nicht nur erklärt, sondern es werden auch Gründe genannt, warum ihn vor allem auch lokale Redaktionen einsetzten sollten – schließlich könne man damit Geld machen.
 
Die Journalistin Jana Mundus arbeitet lokal, frei und das gern, auch wenn die Arbeitsbelastung nicht gerade gering sei und so fragt sie in ihrem Blog: „Also warum mache ich das alles, wenn der Berg an Arbeit so groß ist? Weil es Spaß macht! Ich liebe die Abwechslung. Heute bin ich für die SZ bei einer Sitzung im Dresdner Rathaus zur geplanten Katzenkastration, morgen bringe ich den Schülern der Schülerzeitung Interviewtechniken bei und übermorgen schreibe ich einen Artikel über die Frühjahrskollektion eines Dresdner Kindermodelabels. Sicherlich habe ich mir vor Jahren meinen späteren Berufsalltag anderes vorgestellt, klassisch eben – als angestellte Redakteurin einer Tageszeitung. Dass es nun anders gekommen ist, darüber bin ich nicht böse.“
 
Wie umgehen wir Leserkommentaren, die nicht zu selten vom Thema abschweifen oder unter die Gürtellinie gehen? Der „Tagesanzeiger“ hat dazu ein neues Modell ausprobiert und die Kommentarfunktion hinter eine Paywall gesetzt. Die Medienwoche berichtet.
 
Verleger Dirk Ippen hat sich im Münchner Presseclub über die Erfolgsaussichten von Print geäußert. "Jede Zeitung braucht eine Seele", sagte er. Ansonsten spielte er einmal wieder den Muntermacher. Alles Weitere lesen Sie hier.
 
Der DJV hat eine Umfrage unter freien Journalisten gestartet. Es geht um die aktuellen Arbeitsbedingungen, vor allem das Einkommen. Sie wollen mitmachen? Dann hier entlang.
 
Eine Studie zu Zeilenhonoraren in Ostdeutschland ist hier zu lesen. Der Titel lautet etwas umständlich: „Ermittlung der von Zeitungsverlagen in den neuen Ländern an freie redaktionelle Mitarbeiter im Kalenderjahr 2012 tatsächlich gezahlten Vergütungen“.
 
Und auch der liebe Cord (gemeint ist Cord Schnibben vom „Spiegel“) hat sich wieder einmal geäußert. Zu was? Natürlich: Die digitale Revolution im Journalismus.
 

Seminare

Hier die Termine der Feedback-Seminare des Reporterforums in Hamburg, Berlin und München. Dort werden die Texte der Teilnehmer mit erfahrenen Reportern diskutiert: 07.03.2014 Jana Simon in Berlin, 10.03.2014 Markus Feldenkirchen in Berlin, 11.03.2014 Peter Sartorius in München, 17.03.2014 Dirk Kurbjuweit in Berlin, 17.03.2014 Barbara Supp in Hamburg, 18.03.2014 Cordt Schnibben in Hamburg. Alles weitere hier.
 

Neuer Studiengang

„Visuelle Publizistik – Visual Journalism“ heißt der neue Master-Studiengang der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg und die Akademie für Publizistik ab dem Wintersemester 2014/15. Die Teilnahme ist bei entsprechender Berufserfahrung auch ohne Hochschulzugangsberechtigung möglich. Alles weitere hier.
 

Studienreise

Medien und demokratische Gesellschaft in Israel“ heißt die Studienreise von 10. bis 22. Mai 2014 der Bundeszentrale für politische Bildung. Weitere Informationen hier.
 
Und zum Abschluss ein Lesetipp im aktuellen Spiegel: Matthias Geyers Döpfner-Porträt "Der Kassierer". Warum? Weil es klar macht, wie der Gegner tickt: "Der Kassierer
Matthias Döpfner, Chef von Axel Springer, zerlegt seinen Verlag. Zugleich verspricht er eine neue Ära des Journalismus. Er sehnt sich danach, ein bedeutender Verleger zu werden.“
 
Träume von großen Verlagen, Träume von großem Journalismus. Auf geht´s. Setzen wir uns wieder an den Schreibtisch und arbeiten dran,
 
Ihre Freischreiber

 
Himmel-und_Hölle-Preis 2013

FREISCHREIBER TERMINE

BERLIN

Am 5. Februar um 19.30 Uhr kommt Drehbuchautorin Dorothee Schön an Gemmas Wohnzimmertafel. Anmeldung bitte bei gemma.poerzgen-at-gmx.net . Mehr hier.
 

MÜNCHEN

Am 17. Februar um 19.30 Uhr treffen die Münchner Freischreiber auf Hostwriter.org-Gründerin Sandra Zistl im Büro von Jörg Spaniol in der Katzmairstr. 79. Anmeldung bitte an gabi_beck-at-gmx.de. Weiteres in Kürze auf unserer Webseite.