10 Jahre Freischreiber

WO: Berlin

WANN: 17.11.2018 - ab 09:30 UHR

Freischreiber wird in diesem Jahr 10 Jahre alt. Das wollen wir mit Ihnen und euch kräftig feiern!

Hier schon mal das grobe Programm zum Vormerken, Details folgen:

Freitag, 16. November 2018, abends, bei Reporter ohne Grenzen (Adresse folgt), Getränke und Snacks vorhanden
Mitglieder und Vorstand: Mitgliederversammlung

Samstag, 17. November
Tagsüber: Workshopprogramm für Mitglieder im Ballsaal-Studio
19.00 Uhr: Einlass Abendprogramm, Ballsaal-Studio
19.30 Uhr: Gala zum 10-Jährigen, Himmel- und Höllepreisverleihung
Keynote: Lisa Altmeier und Steffi Fetz von Crowdspondent
Danach Party bis zum Morgen

Sonntag, 18. November
Mitglieder und Vorstand: Lockeres Beisammensein in einem Frühstückslokal

Vielen Dank an unsere Sponsoren:
Otto-Brenner-Stiftung
Deutsche Post DHL Group
Otto-Group

Die geplanten Workshops

10:00 bis 11:30
1. Storytelling in 360 Grad (großer Saal)
2. Podcasts machen (kleiner Saal)

11:45 bis 13:15
3. Unabhängige Finanzierung (großer Saal)
4. Crashkurs: Freier Journalismus (kleiner Saal)

14:45 bis 16:15
5. Was können und müssen wir tun, damit die Bevölkerung den Medien wieder vertraut? (großer Saal)
6. Wo Journalisten arbeiten (kleiner Saal)

1. Storytelling in 360 Grad

In diesem Workshop lernt ihr wichtige Grundlagen von 360°-Produktionen kennen. Welche Themen eignen sich (nicht)? Wie werden aus Geschichten Erlebnisse? Was sind Tipps und Tricks aus meiner Dreh-Praxis? Ausgewählte Bespiele zeigen euch, wo 360°-Videos sinnvoll sind. 

Referentin: Angela Kea

Angela Kea
ist freiberufliche Journalistin aus Berlin. Für die Produktionsfirma IntoVR dreht sie 360°-Reportagen. Warum VR? “Geschichten in 360° werden viel intensiver erlebt, man ist den Protagonist:innen viel näher.”
Im Innovationslab der Deutschen Welle, das Angela Kea seit Anfang 2017 mitleitet, verfolgt sie die Grundsätze des “Human Centered Designs”. Sie moderiert Sprints und entwickelt mit Projektteams journalistische Inhalte für bewährte und neue Technologien (u.a. Sprachassistenten, Augmented Reality, Social Videos). 
Ihr journalistisches Handwerk hat Angela Kea bei WeltN24 als TV-Journalistin vor und hinter der Kamera erlernt. Sie ist Alumna der Arthur F. Burns und RIAS US Duke Media Journalistenprogramme.

2. Podcasts machen

Das Audio-Medium Podcast erfreut sich seit einigen Jahren auch in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Ein Trend, der mittlerweile in der breiten Öffentlichkeit angekommen ist und zu einem täglich wachsenden Angebot für HörerInnen führt. Das Schöne dabei: Mehr als einen Computer mit Internetzugang braucht man eigentlich nicht, um selbst zum Broadcaster zu werden und selbst einen eigenen Podcast zu starten. Lohnt sich das auch für Freischreiber? Wie geht man vor? Was gilt es zu beachten? Kann man damit Geld verdienen? Ein kleiner Basis-Crashkurs mit Tipps und Beispielen aus der Praxis.

Referent: Jens Mayer

Jens Mayer
arbeitet seit 2009 als freier Autor, Redakteur und Realisator mit den Schwerpunkten Medien, Film, Serien und Popkultur für taz, ZEIT Online, Indiekino Berlin, Galore Interviews und VISIONS Magazin. Nach der Inspiration durch einen Freischreiber-Stammtisch, entschied er sich Anfang 2017 seinen eigenen Podcast namens „Serienreif“ zu veröffentlichen, der die Entwicklung der deutschen Serienlandschaft begleitet und in ausführlichen Werkstattgesprächen mit verantwortlichen Autoren, Regisseuren, Produzenten und Redakteuren über ihre Arbeit zu sprechen. Ein Nischenpodcast, der in der Branche aber schnell Anerkennung fand. Seitdem beschäftigt er sich ausführlich mit dem Phänomen Podcast und den Möglichkeiten, die das Medium bietet.

3. Unabhängige Finanzierung

Durch Modelle wie Crowdfunding und ähnliche digitale Unterstützer-Tools oder die Nutzung werbefinanzierter Social-Media-Plattformen haben sich alternative Möglichkeiten für Journalisten ergeben, ihre Arbeit unabhängig von Verlagen und Sendern finanzieren zu können und dabei im direkten Austausch mit ihrer Zielgruppe zu stehen. Welche Chancen bieten sich Freischreibern tatsächlich, ihre Inhalte und Interessen digital zu publizieren und monetarisieren? Was muss beachtet werden? Wie findet man UnterstützerInnen und behält sie? Und: Lohnt sich der ganze Aufwand wirklich? Der Workshop stellt drei erfolgreiche Projekte aus den letzten Jahren vor.

Moderation: Jens Mayer

Teilnehmer:

Crowdspondent – Deine Reporter
Lisa Altmeier und Steffi Fetz haben sich auf der Deutschen Journalistenschule in München kennengelernt und 2013 zusammen Crowdspondent gegründet, damals um herauszufinden, wie sich Brasilien vor der Fußball-WM verändert hat. Für ihre Mission mit Videoreportagen und Blogbeiträgen wurden sie vom Medium Magazin als TOP 30 bis 30 (Liste der 30 besten Jungjournalisten Deutschlands) ausgezeichnet. Seitdem finanzieren sie jährlich eine Recherchereise, z.B. nach Japan und Griechenland durch Crowdfunding. 2018 wurde das Projekt Crowdspondent für den Grimme-Online-Award nominiert. Steffi arbeitet als freie Journalistin u.a. für den SWR. Lisa arbeitet als freie Journalistin unter anderem für PULS TV (Bayerischer Rundfunk).

MrWissen2Go
Mirko Drotschmann beschäftigt sich auf seinem Youtube-Kanal „Mr Wissen2Go“ mit aktuellen politischen und gesellschaftlichen Phänomenen. Außerdem arbeitete er für Formate wie „Das Ding“, „Logo“ und „MDR Zeitreise“. Im Januar 2015 rief Drotschmann die Aktion #YouGeHa (Youtuber gegen Hass) ins Leben, die einen Publikumspreis der „The-BOBs-Awards“ gewann.

tbc.

4. Crashkurs “Freier Journalismus”

Freiberuflich journalistisch zu arbeiten ist eine wundervolle Sache. Aber es gehört auch viel Organisationskram dazu. Dieser Mini-Crashkurs gibt euch einen Überblick über die wichtigsten Dinge, die das Freiendasein ausmachen (Künstlersozialkasse, VG Wort, Honorare, Steuern, Mehrfach-Verwertung). Außerdem erhaltet ihr eine Einführung in das Serviceangebot von Freischreiber.

Referent: Steve Przybilla
Steve Przybilla (Jahrgang 1985) ist Vorstandsmitglied bei Freischreiber. Er arbeitet seit 2012 freiberuflich und ist damit noch immer glücklich. Am liebsten schreibt er Auslandsreportagen, z.B. für die Süddeutsche Zeitung, die NZZ oder Spiegel online.

5. Was können und müssen wir tun, damit die Bevölkerung den Medien wieder vertraut?

Gerade in Ostdeutschland sind Journalistinnen und Journalisten unter dem Vorwurf „Lügenpresse!“ immer wieder Angriffen ausgesetzt. Wie können wir dort noch recherchieren? Und was muss sich ändern, damit die Menschen den Medien wieder vertrauen? Oder stimmt das alles gar nicht und das Vertrauen ist – zumindest bezogen auf Gesamtdeutschland – gar nicht gesunken? Es diskutieren ein freier Journalist aus Leipzig, eine Wissenschaftlerin und ein Politik-Youtuber.

TeilnehmerInnen:

Michael Kraske
Michael Kraske, Journalist und Buchautor in Leipzig, schreibt für das Magazin journalist Titelgeschichten, Reportagen und Essays zu Medienthemen, unter anderem über journalistische Sprache, Rechtspopulismus in den Medien und bedrohte Pressefreiheit. Für seine Artikel wurde er mehrfach ausgezeichnet – unter anderem mit dem Sächsischen Journalistenpreis. Nominiert wurde er für den Deutschen Reporterpreis. Seine Reportage “Mein Nachbar, der Neonazi” stand auf der Shortlist zum Henri-Nannen-Preis.

Mirko Drotschmann
Mirko Drotschmann beschäftigt sich auf seinem Youtube-Kanal „Mr Wissen2Go“ mit aktuellen politischen und gesellschaftlichen Phänomenen. Außerdem arbeitete er für Formate wie „Das Ding“, „Logo“ und „MDR Zeitreise“. Im Januar 2015 rief Drotschmann die Aktion #YouGeHa (Youtuber gegen Hass) ins Leben, die einen Publikumspreis der „The-BOBs-Awards“ gewann.

Viola Granow
Viola Granow forscht als Wissenschaftliche Mitarbeiterin von Prof. Dr. Oliver Quiring zu „Medienvertrauen“ (Projekt Medienvertrauen) sowie am Arbeitsbereich bei Prof. Dr. Thomas Koch zu Unternehmenskommunikation/PR an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Zuvor studierte sie in Mainz und an der Université X Paris Publizistik und Soziologie (Bachelor) sowie Kommunikations- und Medienforschung (Master). Ihre Masterarbeit wurde als “Masterarbeit des Jahres 2017” ausgezeichnet.

6. Wo Journalisten arbeiten

Miese Zeilenhonorare und sinkende Tagesgagen: Womit können freie JournalistInnen eigentlich sonst noch ihr Geld verdienen, wenn die Auftragslage für Tageszeitungen und Magazine immer schwieriger wird? Müssten ihre Qualifikationen und Erfahrungen nicht auch abseits des klassischen Journalisten-Berufs für Auftraggeber von großem Interesse sein?
Drei Beispiele zeigen auf, dass es sich immer lohnen kann, über den gewohnten Tellerrand hinauszublicken.

Moderation: tba.

Teilnehmerinnen:

Katharina Jakob
Wissenschaftsjournalistin (Geo Wissen, PM History), Buchautorin und freie Schlussredakteurin beim Wirtschaftsmagazin Brand eins. Sie ist stellvertretende Vorsitzende des Freischreiber-Vorstands, Mitglied der Newsletter-Redaktion und darüber hinaus zuständig für die Freienbibel, die e-Bibel und die Publikation zum zehnjährigen Freischreiber-Jubiläum.

Alice Gundlach
Als gebürtige Mainzerin hatte Alice Gundlach, Jahrgang 1978, schon immer einen Zugang zum Thema Wein – zunächst studierte sie aber Politikwissenschaft und Journalismus an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Während des Studiums arbeitete sie bereits als freie Mitarbeiterin u.a. für die Allgemeine Zeitung Mainz. Danach folgten drei Jahre als Redakteurin beim Nachrichtenportal von T-Online und mehrere Jahre in Festanstellung bei den Nachrichtenagenturen ddp (später dapd) und dpa-AFX Wirtschaftsnachrichten. 2011 machte sie sich selbstständig und schreibt seitdem für Fachzeitschriften und Onlinemagazine vor allem über Wein, Weinanbau und den Weinmarkt. Zu ihren Auftraggebern gehören u.a. Vinum, Wein+Markt und weinclub.ch. Zudem ist sie als Verkosterin und Autorin für diverse Weinguides tätig, den Weinteil des DER MAINZER Restaurant- und Weinführers leitet sie seit 2017. Sie ist zudem Co-Leiterin der Freischreiber-Regionalgruppe Rhein-Main.

Angelika Ohland
ist Journalistin und politische Redenschreiberin. Sie hat vor langer Zeit mal das Feuilleton des Deutschen Allgemeinen Sonntagsblatts und die Abo-Ausgabe von chrismon geleitet. Danach war sie zehn Jahre lang frei als Dozentin, Autorin, Textchefin und Projektleiterin unterwegs. Seit 2015 schreibt sie die Reden für Olaf Scholz und seit diesem Jahr für den Hamburger Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher.
Angelika Ohland ist Gründungsmitglied von Freischreiber und war dort fünf Jahre lang im Vorstand. Zurzeit ist sie in Festanstellung und Fördermitglied.