Was gibt es Neues?

vom 31.07.2018

Liebe Freischreiberinnen, liebe Kollegen und liebe Freundinnen von Freischreiber,
 
 
schon vor sieben Jahren (war es da auch so heiß?) meldete die Süddeutsche Zeitung:
„Wenn die Temperaturen auf 33 Grad steigen, arbeitet man nur noch halb so effizient.“ Deshalb machen wir es heute kurz: Was gibt es Neues?
 
Einen Erfolg von streikenden freien Journalistinnen:
 
Die 19 (!) tapferen freien Journalisten der Eßlinger Zeitung (EZ), die sich zu einem zweiwöchigen Streik entschlossen hatten, haben eine Erhöhung ihres Honorars durchgesetzt. Hintergrund war eine indirekte Honorar-Kürzung seit Anfang des Jahres (Verlängerung der Zeilen bei gleicher Bezahlung) und ergebnislose Gespräche mit der Geschäftsführung. Das Zeilengeld der Freien betrug seit acht Jahren 62 Cent. Zwei Wochen lang nahmen die Freien nun geschlossen keine Aufträge an, wo sie sonst rund die Hälfte der lokalen Beiträge lieferten. Und sie wandten sich per Flugblatt an ihre Leserinnen, die gar nicht wussten, wie wenig „ihre Journalisten“ verdienen. All das zeigte Wirkung.
 
„In einer zweiten Verhandlungsrunde haben sich die Freien Journalisten der Eßlinger Zeitung (EZ) heute mit dem Geschäftsführer der EZ, Andreas Heinkel, auf ein höheres Zeilenhonorar von 72 Cent geeinigt“, meldeten die Kollegen. „Zudem wurde verabredet, die Pauschalen für Straßenumfragen, Gerichtstermine und Interviews von bislang 80 bis 106 Euro auf 125 Euro zu erhöhen. Auch soll bei langen Gemeinderatssitzungen, die wenig Artikelthemen ergeben, eine Aufwandspauschale von 35 Euro gezahlt werden. Pro gefahrenem Kilometer erhalten die Freien nun 30 Cent (wie angestellte Redakteure) statt 27 Cent.“
 
Wir gratulieren den Eßlinger Freien herzlichst zum erfolgreichen Widerstand und freuen uns bärig über ihren Erfolg!
 
Von Gratistexten und Käsemonden
 
Wo es Texte quasi umsonst gibt, weiß die freie Journalistin Tatjana Kerschbaumer. Sie twittert unter dem Hashtag #textesindjaquasiumsonst Perlen aus der Honorardrücker-Zone, darunter das Bonmot eines Zeitungsmachers: „Also 35 Cent pro Zeile sind echt unser Spitzensatz.“
 
Auch wenn gerade noch allerorten vom Blutmond die Rede war: Für unsere Branche weit wichtiger ist sein bleicher Bruder. Sascha Lobo hat hier aufgeschrieben, was ein Käsemond mit gutem Journalismus zu tun hat. Dringend zu empfehlen.
 
 
Freischreiberiges
 
„Wir entwickeln was“, sagt unser kreativer Kopf im Vorstand, Jakob Vicari. Und meint damit die Kooperation zwischen dem Hamburger Start-up Authory und Freischreiber. Heraus kam „AuthoryPledge“, ein automatisiertes Archiv für Journalistinnen, das all ihre Texte aufspürt und bündelt, wo auch immer sie erschienen sind. Leser können dadurch auf den Spuren ihrer Lieblingsautoren bleiben, und Journalistinnen erfahren, wie erfolgreich ihre Texte auf Social-Media-Kanälen sind. Hier gibt es ein Interview zu lesen, das Jakob Vicari mit Erich Hauch geführt hat, einem der beiden Authory-Gründer.
 
Freischreiberin Katja Edelmann hat das Glück gesucht und gefunden, und zwar in Heidelberg. Am 13. August erscheint ihr Buch „Glücksorte in Heidelberg“. Wir gratulieren und wünschen viel Glück für den Verkaufsstart!
 
 
Stipendien und Preise
 
Extra für Freie: Wie schon im vorigen Jahr vergibt das SZ-Magazin drei Stipendien für aufwendige Recherchen (journalistisch, fotografisch und datenjournalistisch), je 5000 Euro. Einsendeschluss ist der 31. August.
 
Bei der Robert-Bosch-Stiftung ist das Projekt „Reporters in the field“ ausgeschrieben. Es fördert internationale Journalisten-Teams bei grenzüberschreitenden Recherche-Projekten mit bis zu 8000 Euro. Bewerbungen bis zum 16. September, hier gibt es weitere Infos.
 
Auch Hostwriter zeichnet Teamwork aus. Mindestens zwei Journalisten, die zusammen eine Geschichte produziert haben, können sich um den Story Prize bewerben. Das Stück muss bis zum 15. August 2018 (oder kurz danach) publiziert sein, außerdem sollen die Journalistinnen Hostwriter bei ihrer Arbeit genutzt haben. Einen weiteren Preis gibt es für eine Projekt-Idee. Näheres auf der Seite von Hostwriter und bei der Otto-Sprenger-Stiftung. Bewerbungsschluss ist der 15. August.
 
Journalistenschülerinnen, Studierende und Doktoranden können sich um ein Stipendium der Rudolf-Augstein-Stiftung bewerben. Bis zu 24 Monate können mit 800 bis 1000 Euro gefördert werden. Einsendeschluss: 30. August.
 
Dies & das
 
Das Campfire-Festival „für Journalismus und digitale Zukunft“ wird vom gemeinnützigen Recherchezentrum Correctiv organisiert. Programmpunkte sind u. a. das Darknet als journalistisches Tool, die Vernetzung von Medien in Deutschland, Security-Tipps für Journalistinnen, Reporter Slam und Sprechtraining. Vom 31. August bis zum 2. September in Düsseldorf.
 
Vom 7. bis 9. September findet in Hamburg die Indiecon statt, das Independent-Magazine-Festival. Gegründet 2014, will die Konferenz „Independent Publisher*innen aus dem In- und Ausland“ zusammenbringen. Es gibt Workshops und Podiumsdiskussionen zu neuen Formaten, Formen und Vertriebsideen. Und es gibt die Indiemagdays, eine Bühne für Magazine und Comics (kostenfreier Eintritt). Freischreiber-Mitglieder erhalten bei einer Anmeldung bis 21. August 20 Prozent Rabatt auf die Konferenzgebühr (Interessenten bitte bei kontakt@freischreiber.de melden). Mehr hier.
 
Um „Daten in der Demokratie“ geht es auf der diesjährigen SciCAR, der Konferenz für Wissenschaftsjournalisten, Datenjournalistinnen und Wissenschaftlern. Ausgerichtet wird sie vom 24. bis 26. September von der TU Dortmund. Diese Konferenz gab es erstmalig 2017, hat aber die Macher davon überzeugt, dass in der „Kooperation von Wissenschaftlern und Journalisten viel (mehr) Potenzial steckt“.
 
Kein Allheilmittel gegen hitzige Diskussionen, aber beim Runterkühlen helfen sie doch: Fakten. Die gemeinnützige Nemetschek-Stiftung zur Stärkung der Demokratie hat einen Fakten-Check aufgesetzt, der gefühlte Wahrheiten mit nüchternen Tatsachen kontert. Da kann man seine Ansichten überprüfen und feststellen, dass bei uns früher fast alles schlechter war, sogar die Zähne der Kinder. Und dass nicht Nigeria das Land ist, in dem man mit höchster Wahrscheinlichkeit einem Verbrechen zum Opfer fallen kann, sondern der Vatikan.
Bewahren Sie einen kühlen Kopf und bleiben Sie uns gewogen.  
 
Ihre Freischreiberinnen
 
 
 
 
 
 
 

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Urheberrechtsreform: Wir freuen uns über die Entscheidung des EU-Parlaments. Mehr dazu hier.


Lieblingsjournalisten unterstützen. Wir entwickeln was. Die Google Digital News Initiative fördert Innovationen im Journalismus. In der aktuellen Runde hat es die Idee „AuthoryPledge“ geschafft. Was Freischreiber damit zu tun hat lesen Sie hier.


20 % Rabatt für das Independent Magazine-Festival von 7. bis 8. September 2018 in Hamburg, Freischreiber-Mitglieder bitte bei kontakt@freischreiber.de melden. 


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